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Kraftwerksbetreiber müssen Kies in den Fluss kippen
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 12.05.2020.
abspielen. Laufzeit 03:41 Minuten.
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Flusskraftwerk Flumenthal Damit die Fische wieder laichen können

Kies, Steine, Holz, Laub, Schlamm... das alles bewegt sich am Boden der Flüsse langsam vorwärts. Jedenfalls war das früher so. Seit es Flusskraftwerke gibt, hindern diese das sogenannte Geschiebe am Vorwärtskommen. Kies und Schlamm werden aufgehalten.

Als Ersatz für das fehlende Geschiebe wird in den Kantonen Solothurn und Aargau seit rund 10 Jahren Kies unterhalb der Kraftwerke in die Flüsse geschüttet. Das hilft den Fischen, die das lockere Material zum Laichen benötigen. Und das nützt auch den Autofahrern. Das Geschiebe schützt nämlich die Pfeiler der Autobahnbrücken.

Kraftwerksbetreiber soll Kies ausschütten

Weil das Geschiebe gefehlt hat, ist der Aareboden stellenweise bis zu 3 Meter gesunken. Die 4 Meter tief in den Boden betonierten Autobahnbrücken-Pfeiler wurden deshalb immer mehr freigelegt. «Entweder mussten wir also Blocksteine um die Pfeiler legen, oder dafür sorgen, dass wieder Geschiebe nachkommt», sagt Ulrich Harder, der beim Kanton Solothurn für den Gewässerunterhalt zuständig ist.

Kies an eine, Flussufer.
Legende: Das Kies ist für die Fische gedacht. Bräteln darf man auf den Kiesbänken in der Aare aber auch. (Symbolbild) Keystone

Während früher die Kantone Kies in die Flüsse gekippt haben, sind laut einem Bundesgesetz mittlerweile die Betreiber der Flusskraftwerke dafür verantwortlich. Beim Flusskraftwerk Flumenthal ist dies die Alpiq. Mit einer Sanierungsverfügung will sie der Kanton Solothurn nun in die Pflicht nehmen.

Die Alpiq muss aufzeigen, wo sie künftig Kies beschaffen, wie sie dies transportieren und an welcher Stelle sie es in die Aare schütten will. Bezahlt werden solche Schüttungen von den Stromkunden über einen Zuschlag auf dem Strompreis.

Für die Fische – nicht nur für die Badegäste

Die bisherigen Schüttungen haben ihren Zweck übrigens erfüllt, sagt Ulrich Harder: «Es ist sehr spannend zu sehen: Dort, wo frisches Material kommt, nehmen es die Tiere sofort an. Wir haben wirklich eine Steigerung der Artenvielfalt, das bringt tatsächlich etwas.»

Freude an den Schüttungen haben auch die Menschen. Auf den Kies-Inseln können sie bräteln und ihr Badetuch ausbreiten. Für Ulrich Harder ist das in Ordnung. Lachen muss er hingegen über Anrufer, die verlangen, dass der Kanton die Inseln immer wieder neu aufschüttet, weil sie sonst nicht baden könnten. So sei das eben nicht gedacht. Das Kies müsse fortgeschwemmt werden, um als Geschiebe den Fischen zu dienen – und die Autobahnbrücken zu schützen.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 12.5.2020, 17:30 Uhr;

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