Zum Inhalt springen

Header

Audio
Deutliche Absage von Aargauer Regierung an Idee einer neuen Hochrhein-Bahnstrecke
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 10.01.2020.
abspielen. Laufzeit 01:41 Minuten.
Inhalt

Forderung aus dem Zurzibiet Wiederbelebung der Bahnlinie am Hochrhein bleibt wohl ein Traum

Die Aargauer Regierung hält die Idee einer Interregio-Verbindung zwischen Winterthur und Basel für viel zu teuer.

Mit einem Interregio von Winterthur über Bad Zurzach, Koblenz und Laufenburg direkt nach Basel: Davon träumen viele Politikerinnen und Politiker im Aargauer Zurzibiet. Sie möchten die alte Rheintal-Linie zwischen Koblenz und Laufenburg wieder für den Personenverkehr öffnen. Seit 1994 fahren dort nämlich nur noch Güterzüge.

Eine Studie einer Zürcher Fachhochschule hat der Idee neuen Auftrieb verliehen: Die Investitionskosten für eine stündliche Interregio-Verbindung dem Hochrhein entlang seien mit 20 Millionen Franken ziemlich tief, so die Verfasser. Mit diesem Argument im Gepäck haben mehrere CVP-Politiker der Aargauer Regierung erneut den Auftrag zur Prüfung dieser Linie erteilen wollen.

Hauptargument: Viel zu teuer

Doch die Aargauer Regierung lässt diese Träume abermals platzen. Sie führt in ihrer Antwort auf den Vorstoss gleich mehrere Gründe auf, weshalb die Idee einer Interregio-Verbindung am Rhein eine – frei übersetzt – Schnapsidee sei.

  • Die Investitionskosten von 20 Millionen Franken seien viel zu tief geschätzt, so die Regierung. Sie bestreitet also die Darstellung der Studie.
  • Die Betriebskosten seien komplett vergessen gegangen. Die Regierung rechnet mit bis zu 30 Millionen Franken jährlich, die nicht durch Einnahmen gedeckt werden könnten und deshalb beim Kanton «hängenbleiben». Das sei zu viel.
  • Auf dem Schienennetz Richtung Basel fehle die Kapazität für zusätzliche Züge. Wer eine Rheintal-Bahn baue, müsse auch zwischen Rheinfelden und Basel zusätzliche Gleise bauen.

Kurz: Die Aargauer Regierung zerpflückt die Ideen aus dem Zurzibiet und dem unteren Fricktal. Damit scheint eine bessere Anbindung der ländlichen Regionen am Rhein an die Zentren Basel und Zürich in weite Ferne zu rücken.

Die Region gibt noch nicht auf

Die Initianten der Idee geben sich allerdings noch nicht geschlagen. «Der Traum kann Realität werden», schreibt Meinrad Schraner vom Verband Fricktal Regio. Die Regionalplanungsverbände und Gemeinden hätten aktuelle Zahlen zur Mobilitätsentwicklung und kämen zu einem anderen Schluss als der Kanton. Sie wollen noch im Januar gemeinsam über das Projekt und das weitere Vorgehen diskutieren.

Das Thema wird auch das Aargauer Kantonsparlament noch beschäftigen, dort werden der oben erwähnte Vorstoss und die regierungsrätliche Antwort noch zur Diskussion gestellt. So oder so wird es noch Jahre dauern bis zu einem konkreten Entscheid, denn Bahnprojekte werden sehr weit im Voraus geplant.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Peter Brudermann  (Peter Brudermann)
    Die Aargauer Regierung hat kein Interesse an den strukturschwachen Randregionen und will sie offenbar nicht aufwerten. Die Bahnstrecken vor Basel sind bereits mehrspurig (Adlertunnel), das Argument der Überlastung vor Basel greift nicht ganz . Der Bund finanziert die sinnvolle Elektrifizierung für die deutsche Hochrheinstrecke aber für Personenverkehr auf bestehenden Bahnstrecken in der Schweiz fehlt das Geld? Welche Interessen werden hier vertreten?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Als klar rechtkonservativ und neofeudal regierter Kanton musste die Regierung wohl den gesamten Themenbereich von Biodiversität über Naturschutz bis Klima ausser Acht lassen und ausschliesslich auf die kurzfristige, finanzielle Gewinnabschöpfung Rücksicht nehmen
    Ablehnen den Kommentar ablehnen