Franco Marvulli macht Brugger Abendrennen zur Sommerattraktion

Seit 46 Jahren pilgern Radrennsportfans jeden Sommer in den Brugger Geissenschachen. Dort wird den Zuschauern an den Brugger Abendrennen nicht Radsport und gemütliches Beisammensein geboten. Mit dabei am siebten und längsten der elf Abendrennen war auch Olympiateilnehmer Franco Marvulli.

Er ist Olympiateilnehmer, mehrfacher Welt- und Europameister und das Aushängeschild des Sechstagerennens: Franco Marvulli. Der 34-jährige Zürcher war am siebten der ingesamt elf Brugger Abendrennen mit dabei. Und: Er ist bei den Fans ein gerngesehener Gast. Die Zuschauer nehmen es dem Profi-Radrennfahrer nicht übel, dass der das Abendrennen am Mittwoch nur als Training genutzt hat und nicht an der Spitze mitgefahren ist.

Traditionsreiches Abendrennen

Die Schüler der Kategorie C1 plaudern vor dem Start noch fröhlich miteinander. Von Nervosität sieht man noch keine Spur. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Schüler mit Jahrgang 2001 und jünger müssen sechs Runden im Brugger Geissenschachen zurücklegen. SRF

1967 fand im Brugger Geissenschachen erstmals ein Abendrennen statt. Nun blickt man auf über 500 Rennen zurück. Für die Radrennsportfans ist der sommerliche Anlass, welcher fast jeden Mittwochabend von Mai bis August stattfindet, eine Attraktion. Den Zuschauern werden zum einen Rennen auf hohem Niveau geboten, und zum anderen gemütliches Beisammensein.

Teilnehmer sorgen für Überraschung

Am Brugger Abendrennen kann sich jeder Athlet auf Platz für den Wettkampf anmelden. Bis zu zehn Minuten vor dem Startschuss kann also noch immer offenstehen, wer mitfährt. Dies macht das Rennen zu einem ganz besonderen Anlass, wie Franco Marvulli gegenüber dem Regionaljournal sagte. Man wisse nie genau gegen wen man nun antrete.

Längstes Rennen der Saison

Radrennprofi Franco Marvulli trägt ein weisses Trikot mit Werbung darauf, sowie eine Sonnenbrille, die er in die Haare gesteckt hat. André Keller trägt ein rotes Polo-Shirt und eine normale Brille. Zusammen posieren sie vor einer alten Scheune. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: André Keller, OK-Mitglied des Brugger Abendrennens, pflegt einen freundschaftlichen Umgang mit Radprofi Franco Marvulli. SRF

75 Runden waren in der Kategorie Elite am Mittwochabend zu fahren. Das Rennen gewinnt aber nicht etwa der Fahrer, welcher zuerst im Ziel ist. Das Reglement funktionniert nach einem Punktesystem. Wer nach einer Runde zuerst ins Ziel kommt, erhält zwei Punkte. Der Zweitklassierte erhält zusätzlich einen Zähler.

In jeder fünften Runde werden fünf, drei, zwei und ein Punkt für die vier Erstklassierten verteilt. Das heisst jede Runde wird individuell gewertet. Dies erfordert taktisches Feingefühl von den Fahrern und macht das Rennen spannend.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Rücktritt einer Rad-Legende

    Aus Tagesschau vom 6.11.2013

    Der Profi-Radrennfahrer Franco Marvulli hängt seine Karriere an den Nagel. Er gab heute bekannt, dass er sich aus dem Bahnsport zurückziehen werde. Marvulli ist vierfacher Weltmeister und siebenfacher Europameister im Bahnfahren. Zusammen mit Bruno Risi gewann er 2004 Olympia-Silber in Athen.