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Die beiden Aargauer Kantonsspitäler liegen sich in den Haaren.
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Gesundheitssystem Aargau KSA und KSB: Streit statt Zusammenarbeit

Die Vorgeschichte: Seit 2010 arbeiten das Kantonsspital Aarau (KSA) und das Kantonsspital Baden (KSB) im Bereich der invasiven Kardiologie (u.a. Herzkatheter-Behandlungen) zusammen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit waren Kardiologen, die in Aarau angestellt waren, auch in Baden tätig. Nun hat das KSB den entsprechenden Vertrag gekündigt, seit gestern Dienstag arbeitet das KSB in diesem Bereich nicht mehr mit dem KSA zusammen.

Streit unter Kardiologen: Am Ursprung des Streits steht ein neuer Kardiologie-Chefarzt im KSA. Offenbar gab es Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und anderen Kardiologen, sodass fünf ihre Stelle kündigten. Darunter sind auch Ärzte, die mehrere Jahre in Baden tätig waren.

KSB will Ärzte behalten: Am Kantonsspital Baden will man mit den bewährten Kardiologen weiter arbeiten und hat deshalb den Vertrag mit dem Kantonsspital Aarau gekündigt. Adrian Schmitter, CEO des KSB, sagt, man sei den Patienten gegenüber verpflichtet, stehe im Wettbewerb mit anderen Spitälern und könne es sich nicht leisten, bewährte Fachkräfte zu verlieren.

Spitalgebäude
Legende: Blick auf das Kantonsspital Baden (KSB), das Behandlungen der invasiven Kardiologie nun selbst in die Hand nimmt. SRF

KSA hat Ärzte ersetzt: Das KSA hat die offenen Stellen allerdings bereits wieder besetzt. Christoph Egger, stv. CEO des KSA, betont, man sei immer in der Lage gewesen, den Vertrag zu erfüllen und habe rechtzeitig neue Kardiologen angestellt, sodass es keinen Grund für die Vertragskündigung gebe. Man setze zwar auf den Dialog, schliesse rechtliche Schritte später aber nicht aus.

Der Streit: Wer mit beiden Seiten spricht, der spürt, dass im Moment viel Misstrauen zwischen den Spitälern herrscht. Es werden Vorwürfe laut, sogar von Lügen und Falschinformationen ist die Rede. Beide Seiten betonen allerdings, dass man in anderen Bereichen nach wie vor zusammenarbeiten wolle.

Das sagt der Kanton: Pikant ist die Situation für das Aargauer Gesundheitsdepartement. Eigentlich verlangt der Regierungsrat, dass die Kantonsspitäler mehr zusammenarbeiten sollen. Da das KSB nun aber die Kardiologen anstellen will, die beim KSA kündigten und das KSA die freien Stellen besetzt, gibt es nun im Kanton mehr Kardiologen als vorher. Mehr Ärzte bedeuten tendenziell mehr Behandlungen und höhere Kosten.

Auf Anfrage heisst es aus dem Aargauer Gesundheitsdepartement aber bloss, man prüfe aktuell die Situation rund um die Kardiologie im Aargau, auch «verschiedene Fragen zur Zusammenarbeit KSA/KSB» würden geprüft. Ausserdem hätten Gespräche mit den Spitalleitungen stattgefunden.

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