Glacestand? Schiffstation? Ruedi Fluri zeigt seine Papierwerke

Er wäre gerne mal Architekt. Dann würde er die Welt anders bauen. Ein rundes Schwimmbad. Oder einen Bahnhof mit beweglicher Fassade. Der Solothurner Ruedi Fluri hat viele Ideen, was aus seinen Papier- und Karton-Modellen werden könnte. Im Kunstmuseum Solothurn stellt er sie derzeit vor.

Papier und Karton sind die Lieblingsmaterialien des Solothurner Künstlers Ruedi Fluri (*1948). Schon als Kind habe er am liebsten damit gespielt, erzählt Fluri auf einem Rundgang im Kunstmuseum Solothurn: «Die Modellbau-Bogen hatte ich in der Schule lieber als das Lesen. So hat es angefangen mit dem Gefühl für Papier».

Vor kleinen Kunstwerken aus WC-Rölleli stehend, meint Fluri: «Die sind gross! Das ist eine Welt! In der Phantasie sind das grosse Dinger für mich. Man müsste sie nur noch gross bauen.»

Modelle für Grösseres

Dass aus seinen Modellen richtige Bauten werden, davon träumt der Künstler. Aus seinem «Knitterwerk» könnte etwa ein Glacestand entstehen, meint er. Oder ein Schwimmbad. Ein anderes Objekt sieht er als Schiffstation am Bielersee. Oder doch eher als Konzertsaal?

Fluris Schaffen wurde sowohl in den Bereichen der Kunst wie der Architektur ausgezeichnet. «Mit einfachsten Materialien gibt Ruedi Fluri seiner Kunst eine Relevanz und Verbindlichkeit, die ihr heute oft abgesprochen wird», schreibt das Kunstmuseum Solothurn zur aktuellen Ausstellung «Papierwerke».

Arbeiten mit dem Papierwerker

Zu sehen ist Fluris Schaffen bis zum 2. November. Neben der Ausstellung richtet der Solothurner Künstler zudem im Museum eine Werkstatt ein. Hier will er die Besucher zum Mitwirken einladen. Auf dass noch andere Menschen zu Papierwerkern werden und in einem Stück Karton einen Glacestand entdecken.