Streit ums Budget Grenchen spart bei der Kultur, das erste Museum hat reagiert

Es bleibt dabei: Bei der Grenchner Kultur wird gespart. Die Gemeindeversammlung unterstützt die Kürzungen des Gemeinderats. Eine von der SP verlangte Steuererhöhung hat keine Chance. Ein erstes Museum kündigt einen Leistungsabbau an.

Kunsthaus Grenchen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Weil die Stadt sparen muss: Das Grenchner Kunsthaus kann nächstes Jahr keine Ankäufe tätigen. SRF

Grosser Aufmarsch an der Grenchner Gemeindeversammlung am Donnerstagabend: 298 Personen füllen den Saal des Parktheaters. Mit grossem Mehr genehmigen sie das Budget fürs nächste Jahr. Ein Defizit von über 4 Millionen Franken ist vorgesehen.

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Erste Reaktion von Museum

Nach dem Entscheid der Gemeindeversammlung teilte der Stiftungsrat des Kultur-Historischen Museums mit, dass man verschiedene Massnahmen am 10. Januar 2017 prüfen wolle.

Zur Diskusison stehen:

  • Öffnungszeiten
  • Zahl der Sonder- und Gast-Ausstellungen
  • Zahl Veranstaltung
  • Erhöhung Eintrittspreise und Kosten Führungen/Workshops

Um aus den roten Zahlen zu kommen, hat der Gemeinderat angefangen zu sparen. «Es muss mit weiteren einschneidenden Sparmassnahmen gerechnet werden», warnt SP-Präsident Remo Bill. Seine Partei befürchtet, dass bei den Tagesstrukturen, der Schulgesundheit und dem Vor-Kindergarten gespart werden könnte.

SP scheitert deutlich

Um einen Kahlschlag zu verhindern, schlägt die SP eine «moderate» Steuererhöhung um 2 Prozentpunkte vor, sowohl für natürliche als auch juristische Personen. Die Stadt käme so zu Mehreinnahmen von 1 Million Franken.

Mit dem Vorschlag ist die SP an der Versammlung allerdings auf verlorenem Posten. Mit grossem Mehr wird die Steuererhöhung abgelehnt. Das Resultat ist so deutlich, dass auf ein Auszählen der Stimmen verzichtet wird.

Kultur-Kampf

Dem Gemeinderat folgt die Versammlung auch bei der Kultur. Wie vorgeschlagen werden dem Kultur-Historischen Museum 10'000 Franken gestrichen. «Es müssen alle mithelfen, das Defizit zu eliminieren», begründet CVP-Gemeinderat Marco Crivelli die Kürzung.

10'000 Franken sei ein lächerlicher Betrag, entgegnet ein Versammlungsteilnehmer und wehrt sich gegen die Kürzung beim Museum: «Ein Verkehrs-Inseli weniger, und schon ist der Betrag längstens wieder drin». Die Aussage gibt zwar viel Applaus, gekürzt wird der Museums-Beitrag mit 143 zu 106 Stimmen aber trotzdem.

«  Die Museen? Das sind elitäre Schwarze Löcher!  »

Ein Grenchner
an der Gemeindeversammlung

Nicht gekürzt wird der Betriebs-Beitrag für das Kunsthaus. Dieses beteiligt sich aber auch am Sparprogramm des Gemeinderats und wird nächstes Jahr weniger Kunstwerke anschaffen. Ein Antrag, den Budgetposten für Ankäufe wieder um 15'000 Franken zu erhöhen, wird von der Gemeindeversammlung abgelehnt.