Stadtratswahlen Olten 2017 Grosse Auswahl für fünf leere Oltner Stadtratssitze

Bunter könnte die Auswahl an Kandidaten bei den Oltner Stadtratswahlen im März kaum sein: Neben den offiziell nominierten Kandidaten der grösseren Parteien tritt auch ein wilder Kandidat der FDP an, ausserdem der Sohn eines abtretenden Regierungsrates und auch die GLP will einen Sitz. Ein Überblick.

Fünf leere Pulte der fünf Stadtratssitze in Olten im Ratssaal. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Stadtratswahlen 2017: Wer sitzt künftig in der Oltner Regierung? Und kann die SP ihren zweiten Sitz halten? Bähram Alagheband/SRF

Das Wichtigste in Kürze

  • Zehn Kandidaten kämpfen um fünf Sitze in der Oltner Stadtregierung.
  • Von den fünf bisherigen Stadträten treten vier wieder an.
  • Die SP muss einen ihrer zwei Sitze neu besetzen. FDP und SVP greifen diesen Sitz an.

Über zu wenig Auswahl können sich die Oltner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger bei den Stadtratswahlen sicher nicht beklagen: Für den fünfköpfigen Stadtrat haben sich nicht weniger als zehn Kandidaten gemeldet. Der erste Wahlgang am 12. März verspricht also einiges an Spannung.

Wie sieht der Stadtrat aktuell aus?

Im Oltner Stadtrat sitzen derzeit fünf Personen: Thomas Marbet (49-jährig, SP, Vize-Stadtpräsident), Benvenuto Savoldelli (54, FDP), Peter Schafer (55, SP), Iris Schelbert (60, Grüne) und Martin Wey (55, CVP, Stadtpräsident). Ausser Peter Schafer treten somit alle wieder an. Aktuell hat Rot-Grün eine Mehrheit in der Oltner Stadtregierung.

Wer will ausser den Bisherigen einen Sitz haben?

Bis am 9. Januar haben sich zehn Kandidatinnen und Kandidaten für den ersten Wahlgang vom 12. März angemeldet. Ausser den erwähnten Bisherigen sind dies:

  • Simon Gomm (Student, Junge SP Region Olten)
  • Marion Rauber (Pflegefachfrau, SP)
  • Thomas Rauch (Volkswirtschafter, Ex-FDP, jetzt «Initiative für ein unabhängiges Olten»)
  • Monique Rudolf von Rohr (Berufsfachschullehrerin, FDP)
  • Ursula Rüegg (Sozialversicherungsexpertin, SVP)
  • Bearice Schaffner (Ingenieurin, GLP)

Welche Parteien können sich eher zurück lehnen?

In einer eher angenehmen Ausgangslage ist die CVP. Sie kann mit Martin Wey einen bisherigen Stadtrat ins Rennen schicken, der seit vier Jahren Stadtpräsident ist und sich keinen Schnitzer geleistet hat. Eine gute Ausgangslage haben auch die Grünen: Ihre Kandidatin Iris Schelbert ist seit 2009 Stadträtin und wurde vor 4 Jahren im ersten Wahlgang und mit dem besten Resultat wiedergewählt.

Welche Parteien sind gefordert?

Drei Parteien können die Wahlen nicht ganz sorglos entgegen schauen: Da wäre zuerst die SP. Sie hat entschieden, ihren langjährigen Stadtrat Peter Schafer nicht mehr antreten zu lassen, obwohl er das gerne getan hätte. Dass Schafer quasi abgesägt wurde, ist bei der Parteibasis nicht nur gut aufgenommen worden. Mit Marion Rauber (51) hat die SP nun zwar eine Frau am Start, die bereits sieben Jahre Gemeinderätin war und im Volk verankert ist, dennoch wird es nicht ganz einfach, Schafer zu ersetzen. In früheren städtischen Wahlen holte er jeweils Glanzresultate. Und: Sowohl FDP wie auch SVP schielen auf den freien SP-Sitz.

In einer nicht ganz einfachen Situation ist auch die FDP. Sie hat mit Benvenuto Savoldelli (54) einen bisherigen Stadtrat in der Regierung. Die FDP möchte aber mit Monique Rudolf von Rohr (61) den zweiten Sitz zurück holen, den sie bei den letzten Wahlen verloren hat.

Rudolf von Rohr ist zwar schon lange bei der FDP, sitzt aber erst sei kurzem im Gemeinderat und bringt von dort dementsprechend noch eher wenig Erfahrung mit. Erschwert wird der Plan eines zweiten FDP-Sitzes durch die wilde Kandidatur von Ex-FDP-Mann Thomas Rauch (51). Er wurde bei der offiziellen Nomination übergangen und kandidiert nun als Vertreter der neu gegründeten «Initiative für ein unabhängiges Olten».

Dass ein FDP-Kandidat nicht nominiert wird und dennoch kandidiert, hört sich aussergewöhnlich an, ist in Olten aber nichts Neues: 2009 wurde mit Mario Clematide ebenfalls ein «Wilder» gewählt. 2013 wurde er allerdings wieder abgewählt.

Die SVP ist zwar nicht in einer unbequemen Situation, aber sie ist gefordert: Sie will mit Ursula Rüegg (58) endlich einen Sitz in der Oltner Regierung holen. Rüegg ist Leiterin der Sozialen Dienste in Oftringen, deshalb bringe sie «ein perfekt passendes Profil für den frei werdenden Sitz in der Direktion Sozials mit», schrieb die SVP in einer Medienmitteilung. Rüegg ist allerdings in der Oltner Politik bis anhin nicht aufgefallen und sitzt auch nicht im Oltner Gemeindeparlament.

Was ist sonst noch besonders bei diesen Wahlen?

Mit Simon Gomm (26) will der Sohn eines bekannten Politikers ebenfalls in die Politik einsteigen: Sein Vater ist Peter Gomm, SP-Regierungsrat, der auf die neue Legislatur hin aufhört. Er tritt an, um «jugendlichen Drive» in die Stadt zu bringen. Die Kandidatur der Jungen SP gründet aber auch in der Entscheidung der Mutterpartei, den bisherigen SP-Stadtrat Peter Schafer nicht mehr antreten zu lassen, heisst es.

Wie endet der erste Wahlgang?

Die bisherigen vier Stadträte (Marbet/Savoldelli/Schelbert/Wey) dürften zum jetzigen Zeitpunkt wiedergewählt werden. Im Kampf um den fünften und letzten Sitz ist ein zweiter Wahlgang sehr wahrscheinlich. Die besten Karten haben aktuell wohl Marion Rauber (SP) und Monique Rudolf von Rohr (FDP). Zum Spielverderber werden könnten aber Ursula Rüegg (SVP) oder Thomas Rauch (FDP). Deren Chancen sind aktuell schwierig einzuschätzen.

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr)