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Aargau Solothurn Hoffen auf ein Weihnachtswunder bei den Fahrenden von Rüttenen

Ende 2014 hätte die jenische Familie Huber eigentlich den Platz im Steinbruch bei Rüttenen räumen sollen. Nun hat das Gericht eine neue definitive Frist auf den 4. Januar 2016 gelegt. Einen neuen Platz hat die jenische Familie noch nicht. Sie hofft weiterhin auf Hilfe vom Kanton.

Seit bald 30 Jahren lebt die Familie Huber in einem Steinbruch im Wald bei Rüttenen. Längst sind die Fahrenden Hubers hier sesshaft geworden. Dies stört die Landbesitzerin, die Bürgergemeinde Solothurn. Seit zehn Jahren bereits läuft ein Rechtsstreit zwischen den Parteien.

Fall war eigentlich bereits abgeschlossen...

Gelbe Hütten im Wald. Im Hintergrund ein Mann und eine Frau mit dem Rücken zur Kamera.
Legende: Um die Wohnsiedlung der jenischen Familie Huber in Rüttenen gibt es seit Jahren einen Rechtsstreit. SRF

2013 hatte schliesslich ein Vergleich ergeben, dass die jenische Familie per Ende 2014 den Platz im Wald räumen muss. Dennoch wurde zugewartet, weil der Kanton einen neuen Platz in Aussicht gestellt hatte.

Diesen Platz im Schachen zwischen Flumenthal und Deitingen befanden die jenische Familie und die Schweizerische Radgenossenchaft jedoch diesen Sommer für nicht akzeptabel. Die Nähe zur Autobahn, zum geplanten Asylzentrum und einer Hochspannungsleitung sei nicht zumutbar.

Daraufhin kündigte die Ortsbürgergemeinde an, dass sie nun auf ihr Recht pochen will und auch eine Wegweisung nicht mehr ausschliesst. Das Gericht müsse nun prüfen, ob der alte Vergleich noch gültig sei.

Zwangsräumung verhindern, aber wie?

Im Urteil, das dem Regionaljournal von Radio SRF vorliegt, schreibt das Amtsgericht Solothurn Lebern nun, dass der alte Vergleich noch Gültigkeit habe. Als neue Frist für den Wegzug legt das Gericht den 4. Januar 2016 fest. Ist das Land bis zum 15. Januar nicht geräumt, kommt das Oberamt ins Spiel und dann wäre eine Zwangsräumung mit Unterstützung der Polizei möglich.

Wir werden sicher nicht gleich am 5. Januar mit den Baggern auffahren wollen es aber nun durchziehen.
Autor: Sergio WynigerPräsident Bürgergemeinde Solothurn

So weit wollen es sämtliche Betroffenen wenn irgend möglich nicht kommen lassen, wie sie unisono auf Anfrage von Radio SRF betonen. Die Bürgergemeine will nun einmal die Frist abwarten und dann weiter entscheiden. Und Hubers sind bereits am räumen und Vorbauten abbrechen und hoffen weiter auf einen Notfall-Platz vom Kanton. Gespräche haben bereits stattgefunden.

Das Angebot im Schachen besteht. Auch wen der Platz nicht fertig ist gäbe es die nötige Infrastruktur.
Autor: Rolf GlünkinZuständig für Fahrenden-Plätze beim Kanton Solothurn

Wie Rolf Glünkin vom zuständigen Amt für Raumplanung betont, suche der Kanton grundsätzlich weiterhin nach Plätzen für Fahrenden und auch für die Hubers aus Rüttenen. Eine spruchreife Lösung gibt es jedoch in absehbarer Zeit nicht. Und auch punkto Notfall-Lösung im Hinblick auf die Zwangsräumung im Januar könne der Kanton nur den unbeliebten Standort im Schachen Deitingen anbieten.

Dies lehnen Hubers jedoch kategorisch ab. Die Abgase von der Autobahn und die Hochspannungsleitung seien schon aus Gesundheitsgründen auch temporär nicht zumutbar. hoffen auf ein Wunder und wollen zur Not andere jenischen um Asyl oder ein nicht gebrauchtes Wohnmobil bitten.

Wir haben gar keinen Platz gesucht. Wenn der Kanton nichts findet, was sollen wir dann machen.
Autor: Charly Huber juniorJenischer aus Rüttenen

Derweil hat die Radgenossenschaft der Landstrasse im Auftrag der Hubers einen Beschwerdebrief ans Gericht gesandt und bittet darin um Aufschub bis im Frühjahr. Eine Antwort ist noch ausstehend. Den Rechtsweg ans Solothurner Obergericht wollen die Fahrenden gemäss eigenen Angaben nicht beschreiten. Sie möchten lieber an einen neuen Ort ziehen und setzen auf den Kanton Solothurn.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Verhalten und Ansprüche dieser undankbaren "sesshaften Fahrenden" sind unglaublich. Entweder sie sind sesshaft und nehmen sich eine Wohnung, oder sie sind Fahrende, dann sollen sie auch fahren und froh sein über zur Verfügung gestellte Plätze. Unsereiner darf das auch nicht, auch nicht Aussteiger.
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    1. Antwort von Christoph Heierli (help)
      Stimmt nicht ganz Herr Hermann. Sie dürfen in einem Wohnwagen wohnen wenn sie möchten. Fahrende gab es schon immer...wo ist ihr Problem. Lassen wir diese Leute doch so leben wenn sie möchten. Ich verstehe ihre Kritik nicht. Wir können diesen Menschen auch wieder die Kinder wegnehmen und sie in Anstalten stecken. Wie damals schon geschehen. Ihre Art zu Leben Herr Hermann, muss doch nicht für alle anderen die richtige sein.
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    2. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      C.Heierli, falsch, in den meisten Ländern Europas ist wildes Campen schlicht verboten. Wenige erlaubte, aber dennoch gekennzeichnete Plätze gibt es höchstens noch in Norwegen, Schweden, Irland+Spanien, aber selbst dort nur für ein paar Nächte. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist maximal eine Nacht lang auf einer Raststätte gestattet, um sich auszuschlafen. Selbst die Hüttensiedlungen Alternativer werden aufgelöst. Allgemein gilt, wer länger im WW leben will, muss auf Campingplätze.
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