In Bad Zurzach werden die Weichen letztmals «von Hand» gestellt

In Bad Zurzach im Aargau steht noch das einzige mechanische Stellwerk auf dem SBB-Netz. Das Stellwerk «Bruchsal G» wird am 29. Juni ausser Betrieb genommen. Danach wird der Bahnhof Bad Zurzach elektronisch gesteuert. Für die Bahnhofsangestellten geht damit eine wichtige Ära zu Ende.

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Letztes mechanisches Stellwerk stellt den Betrieb ein

3:02 min, aus Schweiz aktuell vom 28.6.2013

Jedes Mal wenn ein Zug den Bahnhof Bad Zurzach passiert, muss ein Mitarbeiter des Bahnhofs die Weichen, Signale, Schienen und Barrieren bedienen. Auf dem ganzen SBB-Netz gibt es kein Stellwerk mehr, das so bedient wird. So wird mit einem Hebel über ein Kabel eine 200 Meter entfernte Weiche von Hand bewegt.

Bahnfans aus allen Ländern

Die Einzigartigkeit des Stellwerks zieht immer wieder Touristen an. «Täglich kommen Bahnfans von überall her zu uns und schauen uns bei der Arbeit über die Schulter», sagt Bahnhofvorstand Heinz Dätwyler stolz. Gerne zeigt er diesen jeweils wie das Stellwerk genau funktioniert.

Im Bild das STellwerk, eine grosser brauner Kasten mit 8 grünen Hebeln und 4 grossen Vorrichtungen zum Kurbeln. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Bruchsal G», das letzte mechanische SBB-Stellwerk der Schweiz wird ausser Betrieb genommen. SRF

Das Stellwerk mit dem Namen «Bruchsal G» hat das Baujahr 1904. Im Jahr 1945 wurde es in den Bahnhof Zurzach eingebaut und steuert seither dort die Weichen, Schienen und Barrieren. «Das Stellwerk ist nach wie vor sehr sicher», garantiert Bahnhofvorstand Heinz Dätwyler. «Es benötigt lediglich ein paar Tropfen Öl und kleinere Reparaturen können wir selber ausführen», erklärt er gegenüber dem Rendez-vous von Schweizer Radio SRF 1. Im Winter kämen er und seien Kollegen manchmal etwas früher um die Weichen vom Schnee zu befreien, erzählt Dätwyler weiter. Sonst habe das Stellwerk aber keine Probleme bereitet.

Umstellung tut weh

Heinz Dätwyler und seine Kollegen akzeptieren die Tatsache, dass das Stellwerk nun elektronisch vom Flughafen Zürich aus gesteuert wird. «Ein wichtiger und schöner Teil unserer Arbeit geht verloren», sagt Heinz Dätwyler. Die Angestellten im Bahnhof sind nun nicht mehr für die Steuerung des Bahnhofs zuständig, sondern nur noch für den Verkauf von Billets, Auskünfte etc.

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