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Es hapert mit dem Kampf gegen die Quagga-Muschel am Hallwilersee
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 06.08.2020.
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Kampf gegen Quagga-Muschel Spezielle Bootswaschplätze am Hallwilersee verzögern sich

Eigentlich wollte der Kanton noch diesen Sommer spezielle Waschplätze für Boote einrichten, daraus wird nun nichts. Ein Problem?

  • Der Kanton Aargau will verhindern, dass die invasive Quagga-Muschel mit Booten aus anderen Seen in den Hallwilersee eingeschleppt wird. Die Muschel schadet dem Ökosystem.
  • Eigentlich hätten noch diesen Sommer in Beinwil am See und in Meisterschwanden spezielle Waschplätze für Boote gebaut werden sollen.
  • Nun gibt es aber Verzögerungen bei diesen Waschplätzen. Zudem ist aktuell noch unklar, welche Autowaschanlagen auch als offizielle Bootswaschanlagen bei der Prävention mitmachen.
  • «Bis jetzt haben wir die Muschel im See noch nicht gefunden», beruhigt der Kanton. Allerdings könnten die Massnahmen dann auch plötzlich zu spät kommen, warnt er.

Für das Einwassern «fremder» Boote benötigt man im Hallwilersee eine Bewilligung. Auch wenn der Transfer von Booten aus anderen Seen eher selten ist, gibt es Bootsbesitzer, die über eine Bewilligung verfügen und ihr Boot zum Beispiel vom Bielersee in den Hallwilersee bringen. Genau hier liegt die Gefahr: Die Quagga-Muschel könnte am Bootsrumpf kleben, allenfalls auch nur als kleine Larve, und durch das «fremde» Boot in den Hallwilersee gelangen. Das aber will der Kanton um jeden Preis verhindern.

Quagga-Muschel sorgt für Probleme in Schweizer Gewässern

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Mit Quagga-Muscheln überwachsener Felsen unter Wasser
Legende: Imago images

Die invasive Quagga-Muschel kommt eigentlich aus der Schwarzmeer-Region, breitet sich langsam aber auch in Schweizer Gewässern aus. Im Genfersee gibt es schon eine grosse Population. Und auch im Bodensee ist sie verbreitet. Fachleute rechnen damit, dass sie demnächst auch in weiteren Seen zu finden sein wird. Die Probleme mit der Muschel: Sie frisst einerseits den Fischen das Futter weg und schadet so dem Ökosystem. Andererseits kann die Quagga-Muschel auch Infrastuktur beschädigen. Sie wächst nämlich so dicht, dass sie Leitungen im See verstopfen kann, ein Problem, das vor allem Stauseen hart treffen kann und auch das am Hallwilersee geplante Trinkwasserwerk belasten könnte.

Bodensee-Bilder schrecken ab

Nicht gelungen ist das Fernhalten der invasiven Muschel am Bieler-, Neuenburger- oder Bodensee. Hier hat sich die Quagga-Muschel ausgebreitet und festgesetzt. Sie wieder loszuwerden ist nicht möglich. Um ein Szenario wie am Bodensee zu verhindern, hat der Kanton Aargau alle Bootsbesitzer am Hallwilersee schriftlich informiert, vor der Muschel gewarnt und über nötige Massnahmen informiert.

Warnschild am Hallwilersee
Legende: zvg: Kanton Aargau

Zudem hängen in den Gemeinden am See neu Plakate, die über die Muschel informieren. Das Wichtigste wären aber Waschplätze, bei denen die Bootsbesitzer ihre Boote reinigen können, bevor sie in den See gelangen. Das passiert vor allem in Beinwil am See und in Meisterschwanden. Doch genau hier hapert es.

Gemeinden zögern

«Die Gemeinden wollen mehr Abklärungen, ein Waschplatz muss betreut sein, die Anwohner müssen mitmachen, das dauert», erklärt Lukas De Ventura von der Aargauer Abteilung Umwelt gegenüber SRF. «Wir werden erst im Frühling 2021 Waschplätze am See anbieten können». Noch sei auch unklar, welche Autowaschanlagen am See als Zwischenlösung bereit sind, als Bootswaschanlagen zu dienen. «Wir nennen diese Waschanlagen dann auf unserer Homepage. Die Abklärungen laufen noch», so Lukas De Ventura weiter.

Immerhin haben wir die Muschel bis jetzt im Hallwilersee nicht gefunden.
Autor: Lukas De VenturaAbteilung Umwelt Kanton Aargauer

Ist es im Frühling 2021 nicht schon zu spät? «Das könnte sein. Immerhin haben wir die Muschel bis jetzt im Hallwilersee und im Zürichsee nicht gefunden. Wir könnten Glück haben und hoffen», sagt De Ventura, der Hallwilersee-Spezialist des Kantons Aargau. Momentan laufe auch eine überkantonale Koordination, damit nicht nur der Aargau, sondern alle Kantone Massnahmen gegen die weitere Verbreitung der Quagga-Muschel ergreifen können.

Video
Quagga-Muschel breitet sich in Schweizer Seen aus
Aus Schweiz aktuell vom 09.07.2020.
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Regionaljournal Aargau Solothurn 06:32 Uhr;

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Ursprünglich stammt die Quagga-Muschel aus dem Aralsee und dem Schwarzmeerraum. Sie hat sich aber inzwischen in weiten Teilen der Welt etabliert, auch in der Schweiz. Mit der Globalisierung (Warenverkehr) kommen immer mehr gebietsfremde Arten und bedrohen damit unsere biologische Vielfalt.Mit drastischen Folgen: Fische finden kein Futter mehr, und Trinkwasseranlagen verstopfen.Das gilt auch für div. Käfer. Schädlinge aus aller Welt fallen über unsere Pflanzen her und beschädigen wie Bäume u.a.
  • Kommentar von Silas Räber  (Silair)
    Diese Quagga Muschel soll ja essbar/geniessbar sein: Allen Franzosen Bescheid geben, dann wäre diese Problematik schnell ein Problem vergangener Tage!(Nicht ganz ernst gemeint ;-)) Die Schweizer essen ja nicht so viele Meeresfrüchte. Da wäre doch auch anzusetzen. Quagga Muscheln sammeln und als CH - Wildfang verkaufen.
  • Kommentar von Thomas Heynemann Küenzi  (Thomas Heynemann Küenzi)
    Geht es um die Umwelt dauert es Jahre. Bei einer Pandemie aber nur Stunden.
    Beides ist gleich wichtig! Schliesslich leben wir von einem "intakten" Ökosystem!