Zum Inhalt springen

Header

Audio
Keine Panik bei den Senioren
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 14.03.2020.
abspielen. Laufzeit 03:53 Minuten.
Inhalt

Kein Besuch bei den Enkeln «Die Stimmung ist angespannter»

Für Senioren ist das Coronavirus besonders gefährlich. Um sie zu schützen, hat der Bundesrat in den letzten Tagen stetig noch schärfere Massnahmen ergriffen. Doch wie kommen diese bei den Senioren selbst an? Wir fragen den Geschäftsleiter der Pro Senectute Aargau, Pirmin Kaufmann.

Pro Senectute

Textbox aufklappenTextbox zuklappen

Die Organisation setzt sich für die Senioren ein. Einerseits, indem sie Veranstaltungen und Sportaktivitäten für die älteren Menschen organisiert. Anderseits vertritt Pro Senectute deren Interessen zum Beispiel beim Bund. Die Organisation besteht aus 24 kantonalen und interkantonalen Ablegern. Seit gut 100 Jahren existiert sie.

SRF: Senioren sind die grösste Risikogruppe des Coronavirus. Wie gehen sie damit um?

Pirmin Kaufmann: Es herrscht keine Panikstimmung. Die Leute gehen verantwortungsbewusst damit um. In dieser Woche haben wir aber gespürt, dass die Stimmung angespannter ist. Aufgrund der Medienberichterstattung wurde das Thema auch immer virulenter, und dies wirkte sich auch auf die Anfragen bei uns aus. Sie hatten eine gewisse Unsicherheit.

Wie ist das Verständnis gegenüber den Massnahmen des Bundes, etwa dass Grosseltern ihre Grosskinder nicht mehr besuchen sollen?

Mit dem haben wir ein wenig Mühe. Ich denke, dies liegt wirklich in der Verantwortung der Eltern und Grosseltern. Sie sollen schauen, wie man es gestaltet. Ob sie weiter die Enkelkinder sehen können und in welcher Form. Generell zu sagen, dass sie die Enkel lieber nicht mehr oder gar nicht mehr sehen sollen, ist aus unserer Sicht zu einschneidend. Vor allem ja auch vor dem Hintergrund, dass der Bundesrat entschieden hat, die Schulen zu schliessen. Für uns ist das sehr heikel, wenn es darum geht, wer zu den Kindern schaut. Dies ist häufig die Generation, die besonders gefährdet ist.

Sie sind einerseits kritisch gegenüber der Massnahme des Bundesrates. Andererseits sagt die Pro Senectute des Aargaus selbst Kurse, Veranstaltungen und Sportaktivitäten ab. Damit ist klar, die Senioren kommen noch weniger unter die Leute. Weshalb machen sie das?

Wir haben uns mit schwerem Herzen dazu entschieden. Aufgrund der Entwicklungen wäre es schwer zu verantworten, wenn wir die Kurse weiterhin durchführen würden. Es sind ja genau die Menschen, die besonders gefährdet sind, die sich treffen. Wir haben uns überlegt, ob wir Aktivitäten draussen weiterhin anbieten. Wir haben viele Leute, die wandern oder Velofahren. Aber auch dort haben wir das Problem, dass die Leute ins Restaurant gehen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Man ist nahe beieinander. Dies veranlasste uns dazu, auch diese Kurse abzusagen.

Das Gespräch führte Mario Gutknecht.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr; gutm

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Wir informieren laufend über die aktuelle Entwicklung und liefern Analysen zum Coronavirus. Erhalten Sie alle wichtigen News direkt per Browser-Push. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

25 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Pascal Padrutt  (papa)
    Am Samstagmorgen mal schnell 100 Eier und 300 Rollen Klopapier hamstern, um dann am Abend gemütlich eng eingepfercht beim Edelitaliener zu dinieren. Unsere Gesellschaft ist völlig wohlstandsverwahrlost und nicht mehr in der Lage adäquat mit echten Krisen umzugehen
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Herbert Staub  (puma)
    Ich gehöre mit 72 Jahren und meinen chronischen Krankheiten, zu dem Risiko Gruppen. Für die Kritik dieser Seniorengruppe, habe ich null Verständnis. Stur, Egoistisch, Dumm und Undankbar. Der grösste Teil der einschneidenden und mit persönlichen Einschränkungen verhängten Maasnahmen, kommt uns Alten zu gut. Die Jungen schränken ihr Leben zu Gunsten uns Alten, grössten Teil ohne zu Meckern ein. Darum ihr Senioren, schämt euch in Grund und Boden
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
    Ach, plötzlich reden alle von Solidarität. Mit 20 kg Teigwaren und 10 Packungen WC-Papier vor dem niessenden Nachbarn fliehen, aber den Menschen in Kriegsgebieten sagen, sie sollen mit ihren Familien schön dort bleiben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Wow! So habe ich es nicht gedacht. Stimmt aber schon.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen