Klingnauer Naturzentrum soll nicht mehr Vogelfreunde anlocken

Jedes Jahr kommen tausende Natur- und Vogelfreunde an den Klingnauer Stausee, um im Naturschutzgebiet Vögel zu beobachten. Neben dem bestehenden Beobachtungsturm will der Vogelschutzverband Birdlife ein Naturzentrum eröffnen. Mehr Besucher sollen aber damit nicht angezogen werden.

Inseln aus Schilf in einem See, dahinter ein Dorf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Naturschutzgebiet Klingauer Stausee: Birdlife will die Besucher besser informieren und nicht mehr Ausflügler anziehen. ZVG/BIRDLIFE AARGAU

Ein Turm aus Holz an einem See. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das künftige Naturzentrum liegt direkt neben dem bestehenden Beobachtungsturm am Stausee. SRF/ALEX MOSER

Auf rund drei Kilometern wird die Aare bei Klingnau gestaut, damit im Flusskraftwerk Strom erzeugt werden kann. Rund um diesen Stausee hat sich ein grosses Vogelreservat entwickelt, ein Reservat «von internationaler Bedeutung», so Birdlife Aargau.

In diesem Naturschutzgebiet können mehr als 300 Vogelarten beobachtet werden. Schon lange sei es deshalb der Wunsch gewesen, am See ein Naturzentrum zu eröffnen. Dies soll nun bald geschehen.

Birdlife Schweiz, sein Aargauer Verband und private Geldgeber haben ein Haus gekauft, in welchem das Naturzentrum entstehen soll. Bisher war es ein Wohnhaus, das nicht mehr genutzt wird. Ganz in der Nähe befinde sich bereits der bestehende Beobachtungsturm für Vögel, so Birdlife.

Das Zentrum soll das ganze Jahr geöffnet sein, erklärt Kathrin Hochuli, Geschäftsführerin von Birdlife Aargau. Bei den Besuchern soll die Freude an der Natur geweckt werden, es soll ein «Lern- und Begegnungsort» werden. Ein Zentrum, das sich an die breite Bevölkerung und nicht nur an Vogelexperten richtet.

Nicht noch mehr Vogelfreunde anlocken

Das Ziel sei aber nicht, noch mehr Besucher anzulocken, als bereits heute an den Stausee kommen, so Hochuli im Interview mit Radio SRF. Die vielen tausend bisherigen Besucher (100'000 Besucher pro Jahr) sollen über den Wert der Natur informiert werden, über Verhaltensregeln in Schutzgebieten. Davon profitierten alle Naturschutzgebiete im Aargau, ist Hochuli überzeugt.

Die Kosten für den Hauskauf und den Umbau belaufen sich auf rund zwei Millionen Franken. Der Kanton Aargau übernimmt knapp die Hälfte aus dem Swisslosfonds. Vom Bund kommen 100'000 Franken und auch umliegende Gemeinden hätten Beiträge gesprochen, so Kathrin Hochuli. Den Rest sollen Sponsoren und Stiftungen tragen. Eröffnen will Birdlife das Naturzentrum 2018.