«Meine Leistung war ein kleines Wunder»

Er war einer der erfolgreichsten Radprofis der Schweiz: Urs Zimmermann. In den 80er Jahren gewann er die Tour de Suisse und stand bei der Tour de France auf dem Podest. Radio SRF sprach anlässlich der 100. Ausgabe der Tour de France mit Urs Zimmermann über seine Erlebnisse.

Eine Gruppe von Rennfahrerfahrern unterwegs auf der letzten Etappe, Zimmermann trägt ein rotes Trikot mit dem Schweizer Kreuz darauf, und einem weissen Käppi. Der Amerikaner trägt das gelbe Trikot und hat eine Sonnenbrille auf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Amerikaner Greg Lemond umarmt Urs Zimmermann (rotes Trikot) an der Tour de France 1986, bei der Einfahrt in Paris. Keystone

Er war ein Ausnahmetalent. Der Solothurner Urs Zimmermann hatte innert kürzester Zeit zu den besten Radprofis aufgeschlossen. Seine Profi-Karriere startete er 1983. Ein Jahr später gewann er bereits die Tour de Suisse. Zwei Jahre später wurde er bei der Tour de France Dritter.

Diese Erfolge waren wie ein «kleines Wunder» sagte Zimmermann gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. Es sei auch schwierig gewesen, seine Leistungen zu erklären. Leistungssteigernde Mittel habe er auf jeden Fall nie genommen.

Er habe «eine natürliche Distanz» zu Doping gehabt, sagt Urs Zimmermann. Er habe auch den Kontakt zu den Doping-Ärzten vermieden. Urs Zimmermann hatte weder einen Trainer noch einen Arzt.

Heute sei der Druck jedoch grösser. Trainer, Manager und Ärzte bestimmten das Leben der Radprofis. Entsprechend sei es schwieriger, «Nein» zu Doping zu sagen, so der heute 53Jährige.

Urs Zimmermann macht sich keine Illusionen. Doping und die Diskussion darüber gehören zum Radsport. Die Debatte wurde auch bereits vor den 2000er Jahren geführt. Bereits zu Zimmermanns Aktivzeit gab es Radsportler, die ihrer Leistung künstlich nachgeholfen haben.