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Aargau Solothurn Mustafa und sein neues Leben bei einer Pflegefamilie im Aargau

In der Schweiz gibt es aktuell rund 5300 unbegleitete minderjährige Asylbewerber, kurz UMA. Die Meisten leben in speziellen Unterkünften, ein sehr viel kleinerer Teil bei Pflegefamilien. Im Aargau beispielsweise sind von 230 UMA 31 bei einer Familie zu Hause. Eine solche Pflegefamilie sind Kochs.

Legende: Video Familienzuwachs von Mustafa, 15-jährig abspielen. Laufzeit 5:06 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 05.10.2016.

Der 15-jährige Mustafa ist ohne Familie und Verwandte in die Schweiz geflohen. Er stammt aus Afghanistan. Nach ein paar Monaten in einer kantonalen Unterkunft kam er anfangs Jahr zur sechsköpfigen Familie Koch im Aargauer Reusstal.

Er sei sehr schüchtern gewesen und habe kein Wort Deutsch gesprochen, erinnern sich die Geschwister. Damit er in der Realschule trotzdem mithalten kann, übt Pflegemutter Anna Barbara Koch jeden Tag mit ihm und hilft ihm bei den Hausaufgaben. Die Familie hilft Mustafa auch dabei sich in der neuen Welt zurechtzufinden. Eine Extrabehandlung gibt es gemäss den Eltern aber nicht.

Man muss diese Burschen nicht mit Samthandschuhen anfassen.
Autor: Stefan KochPflegevater von Mustafa

Unterstützung bei Alltagsproblemen und Behördengängen erhält die neu zusammengesetzte Familie vom Verein Familynetwork. Dieser vermittelt im Auftrag des Kantons Pflegefamilien. Wie Kochs absolvieren diese eine Ausbildung und werden vom Verein nach der Vermittlung eng betreut.

Im Fall von Mustafa und der Familie Koch hat die Familienbegleiterin jedoch nicht viel zu tun. Mustafa fühlt sich wohl und möchte sich integrieren. Innerhalb seiner neuen Familie ist ihm dies bereits gelungen. Er gehöre einfach dazu, betonen Kochs. Die nächste Hürde dürfte die Ausbildung sein. Seine Pflegeeltern hoffen, dass er eine Lehrstelle im handwerklichen Bereich findet. Er selbst würde am liebsten eine Ausbildung zum Automechaniker absolvieren.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Sehr löblich. Mich würde interessieren, wie die Familie das Kind aufnehmen konnte. Also was für Hürden etc. konkret sie durchlaufen mussten. Ich habe ein Nachbarspaar, die möchten seit Jahren ein Kind aufnehmen (eher adoptieren), doch die Hürden sind zu gross. Dabei möchten sie ein "ganz normales" Kind ohne Kriegstrauma. Solche gibt es leider auch zu genügend in Heimen... Warum also wird diese als Heldentat klassifiziert, eine "normale" Aufnahme/Adoption hingegen regelrecht verunmöglicht?
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  • Kommentar von Michael Räumelt (Wirtschaftskanzlei)
    Juli 2016 Afghanistan sei sicheres Herkunftsland, so Innenminister Thomas de Maizière. Daher sollen die afgh. Flüchtlinge wieder zurückgeschickt werden. Seit Jahresbeginn 2016 warnt die Bundesregierung mit einer Plakatkampgane in Afghanistan vor einer Flucht nach Deutschland: „Sie verlassen Afghanistan? Sind Sie sicher? Gründlich darüber nachgedacht? Glaubt nicht den von Menschenhändlern verbreiteten Gerüchten und Falschinformationen über und ein leichtes Leben in D. Warum ist Mustafa geflohen?
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  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    Vielleicht lesen wir ja dazu einmal genaueres in der Weltwoche. Beispielsweise, ob die Geschichte mit der "Flucht" stimmt, bzw. wie ein 15-jähriger auf die Idee kommt die halbe Welt zu durchqueren um zielgenau in der Schweiz zu landen und womit. Und, ob denn der doch schon recht grosse Bursche auch zweifelsfrei 15 ist. Dann, wieviel die Familie Koch für diese selbstlose Tat erhält, etc, etc,!
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