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Zur Bauernfamilie statt in die psychiatrische Klinik: Berner Projekt soll im Kanton Solothurn Fuss fassen
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 11.10.2019.
abspielen. Laufzeit 01:46 Minuten.
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Neue Einnahmequelle für Bauern Solothurner Bauernhöfe als Ersatz für psychiatrische Kliniken

«Landwirtschaftsbetriebe erbringen grosse Leistungen zu Gunsten der Bevölkerung», neben der Produktion von Nahrungsmitteln würde auch das Erbringen von sozialen Dienstleistungen eine grosse Chance für die Schweizer Bauern bieten. Das schreibt der Schweizer Bauernverband als Einstieg in seine Wegleitung für soziale Dienstleistungen auf dem Bauernhof.

Bauernfamilie vom Projekt Alp
Legende: ZVG

In diese Richtung zielt auch das vor über 20 Jahren von Ruedi Beiner gegründete «Projekt Alp». Ziel dieses im bernischen Münsingen entstandenen Projekts ist es, Bauernfamilien als Gastfamilien für Menschen zu gewinnen, die in einer Krise stecken und eine Auszeit brauchen. Statt dass diese Leute in einer psychiatrischen Institution untergebracht werden, sollen sie bei einer Bauernfamilie leben und arbeiten. Neu sollen bei diesem Projekt vermehrt auch Bauernbetriebe aus dem Kanton Solothurn mitmachen.

Klienten sollen in Arbeitsalltag integriert werden

Das Projekt Alp richtet sich an Menschen, die eine Suchtmittelabhängigkeit haben, an Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen und an Leute mit psychischen Beeinträchtigungen. Im Rahmen des Projekts werden Leute mit solchen Problemen an Bauernfamilien vermittelt, die bereit sind, jemanden aufzunehmen. «Es ist Tradition in der Schweiz, dass die Bauernhöfe ihre Türen öffnen», meint Ruedi Beiner, der Gründer vom Projekt Alp, und Menschen bei sich aufnähmen, die ein neues Umfeld bräuchten.

Bauernhof vom Projekt Alp
Legende: ZVG

Es sind aber nicht alle Bauernfamilien geeignet diese Art sozialer Dienstleistung zu erbringen. Es sei zentral, dass sich eine Bauernfamilie gegenüber einer zu betreuenden Person komplett öffnet und Verständnis zeigt für die Lebenssituation dieser Person, erklärt Ruedi Beiner. Zusätzlich ist es wichtig, dass die aufgenommenen Personen in den Familien- und Arbeitsalltag auf dem Bauernhof integriert werden. Der Hof soll den Klienten eine Tagesstruktur bieten und sie auch beschäftigen.

Win-win-Situation für Klienten und Bauern

Ein stetiger Austausch zwischen Fachpersonen, Bauernfamilie und Klienten soll dafür sorgen, dass beide beteiligten Parteien vom Projekt profitieren. Der Klient soll sich im neuen Umfeld wohl fühlen und nach dem Aufenthalt wieder bereit sein, das eigene Leben zu meistern. Die Bauernbetriebe werden für das Angebot finanziell entschädigt und können sich so eine neue Einnahmequelle erschliessen. «Das ist natürlich eine Win-win-Situation», meint denn auch Ruedi Beiner vom Projekt Alp.

Eine Kuh die in die Kamera schaut
Legende: ZVG

Gesucht werden nun vor allem Solothurner Bauernbetriebe aus dem oberen Kantonsteil, speziell aus der Region zwischen Solothurn und Bern. Grund für diese geografische Einschränkung ist das zuvor erwähnte Betreuungssystem zwischen Projektmitarbeitern, Bauernfamilien und Klienten. Da der Austausch immer direkt ist, sollen die Anfahrtswege kurz bleiben, wenn möglich unter einer Stunde.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Rochus Schmid  (Rochus Schmid)
    Wir betreuen seit 25 Jahren "Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen" auf dem Hof. Ein Bauernhof hat viel zu bieten an praktischer Lebensrealität inklusive Familienanschluss. Auch unsere Kinder habe "im Sozialen" viel gelernt. Zum Thema "Entschädigung" (was für ein Wort..) : für eine 24h Betreuung mit viel Verantwortung sollte pro Tag min. 200,- bezahlt werden.
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