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Neues Aargauer Spitalgesetz Weniger Operationen, rascher nach Hause

  • Das Aargauer Spitalgesetz wurde totalrevidiert und soll ab 2020 gelten.
  • Das alte Gesetz sei veraltet, sagt der Regierungsrat. Zudem soll mit dem neuen Gesetz im Gesundheitsbereich gespart werden.
  • Ambulant vor stationär – das gilt noch mehr als bis jetzt. Patienten könnten zu Hause auch digital überwacht werden, sagt die Regierung.
  • Die kantonseigenen Spitäler werden nicht privatisiert aber unter das Dach einer strategischen Holding gestellt. Der Kanton soll bis zu 30 Prozent der Aktien verkaufen können.
Notfallschilder des Kantonsspitals Aarau
Legende: SRF

Dem Kanton Aargau gehören die Kantonsspitäler Aarau und Baden. Beides sind eigenständige Aktiengesellschaft, und das soll auch so bleiben. Sie werden aber unter das Dach einer Holding gestellt, wenn es nach dem Regierungsrat geht.

Weniger Operationen

Der Kostendruck im Gesundheitswesen ist gross. Grundsätzlich könne man an zwei Orten sparen, sagten die Verantwortlichen am Donnerstag vor den Medien. Bei den Tarifen und bei der Menge der Behandlungen. Genau hier will man ansetzen.

Erste Reaktionen der Parteien

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  • Die Aargauer SVP findet auf Anfrage, die Stossrichtung des Entwurfs stimme. Zudem begrüsse man den Vorschlag der Holding für beide Kantonsspitäler, das fordere die Fraktion seit Langem.
  • Die SP begrüsst das Gesetz grundsätzlich. Man hoffe, die Qualität werde wie versprochen gesichert. Zudem müsse man an Patienten und Angestellte denken, mahnt sie.
  • Die FDP Aargau sagt, man könnte sicherlich noch mehr einsparen. Noch mehr freier Markt für die Spitäler wäre zu begrüssen, teilt sie mit.
  • Die CVP findet es richtig, dass der Kanton neu auch ambulante Leistungen in der Psychiatrie bezahlt, das habe gefehlt. Diese Behandlungen hätten auch Erfolg, nicht nur stationäre Lösungen, schreibt sie.
  • Die Grünliberalen fassen den Entwurf als Gesetz ohne Überraschungen zusammen.

Operationen nicht einfach tätigen, weil sie möglich sind, sondern nur wenn nötig. Bei einer Kniearthrose zuerst ein Jahr Physiotherapie versuchen, erst danach ein neues Gelenk einbauen, zum Beispiel. Langfristig wolle man total 20 Millionen Franken sparen, sagt Gesundheitsdirektorin Franziska Roth. Ab 2022 spart man erst einmal fünf Millionen Franken pro Jahr.

Nicht im Spital bleiben

Zudem sollen die Patienten über Nacht noch mehr nach Hause statt im Spital bleiben. Ambulant vor stationär, das kostet weniger. Dieser Grundsatz soll auch in der Psychiatrie noch mehr gelten. Es sollen mehr Tageskliniken im Aargau entstehen. Patienten hier und solche, die operiert wurden, könnten auch digital (mit Hilfe elektronischer Kommunikation) überwacht werden, findet die Regierung.

Bis Ende Januar können Parteien, Verbände und Interessierte nun sagen, was sie vom neuen Aargauer Spitalgesetz halten. Der Grosse Rat soll im Sommer 2019 alles beraten. Auf 2020 soll das neue Gesetz in Kraft treten.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Beat. Mosimann (AG)
    @APH werden nur Medikamente abgegeben, die vom Arzt verordnet wurden, ich bitte um ein bisschen mehr VERTRAUEN in den ARZT.
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    1. Antwort von Albrecht Lauener (LebendigeEthik)
      Blindes Vertrauen in den Arzt ist ebenso dumm, wie ohne überlegen einnehmen, was man gibt! Die Ärzte in den Alterszentren verschreiben zu viel überflüssige Medikamente! In den vergangenen 30ig Jahren ging ich viel ein und aus; als ich vor 20ig Jahren im Rahmen meiner naturheilkundlichen Weiterbildung der SRK-Pflegehelfer-Kurs absolvierte, gingen mir auch die Augen auf! Heute habe ich längst ein breitgefächertes Ärztenetz um mich, die das ebenfalls bestätigen...! Blinder-Gaube für ins nichts!
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  • Kommentar von Beat. Mosimann (AG)
    Ein Arzt sagt, eine Diagnose sicher wohlüberlegt. Es wirkt wieder einmal sehr abwertend dem Arzt und seiner ganzen Ausbildung gegenüber. Es ist auch nichts neues, das Patienten zu schnell nach Hause geschickt werden, sagen mir die total verunsicherten Patienten, da ist Verbesserungspotential! Mit dem Patienten zusammen den optimalen WEG finden, bis er keine Angst mehr hat, so früh nach HAUSE zu müssen. Gefordert ist ein Spitalaustritt Helfer/ in, dann wäre der HA und Spitex optimal informiert.
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    1. Antwort von Albrecht Lauener (LebendigeEthik)
      Gefordert ist primär menschliche Wärme und Zugneigung, nebst verantwortungsbewussten Ärztinnen und Ärzte...! Bei den Ärztin ist eine junge Generation im Anmarsch, welche die komplementär-anthroposophische Medizin im Einklang der herkömmlichen Schulmedizin sieht. Das ist sehr erfreulich, doch werden diese oft von der sog. Politelite gehindert... Wenn da elektronische Überwachung im Spiel ist, ist die menschliche Wärme und Zuneigung bereits abgewürgt... Erschreckende Zustände auch in der CH!
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    2. Antwort von Beat. Mosimann (AG)
      @ A.L. Wenn wir alle in unserem Umfeld diese Wärme, Menschlichkeit u. Zuneigung zelebrieren könnten, gäbe es auch viel weniger Kranke. Ich habe noch nie einen unmenschlichen Arzt erlebt und seine Diagnose, seine Therapien in Frage zu stellen finde ich eine falsche Richtung, um nicht zu sagen eine Frechheit. Die Zweitmeinung, kann ich grad noch so akzeptieren;)
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    3. Antwort von Albrecht Lauener (LebendigeEthik)
      Ja Herr Mosimann, da haben Sie zweifellos RECHT! Wir hätten an einiges weniger Kranke, wenn wir die menschliche Wärme auch leben und weben würden... Zweit-Meinungen in ärztlichen Diagnosen finde ich absolut richtig; das empfehlen sogar verantwortungsbewusste Ärzte... Wir sind alles Menschen; auch der Arzt... und wo wir Menschen sind, passieren Fehler, auch Fehldiagnosen und vor allem Fehl-Medikamentierung. Schauen Sie mal, was da in Pflegeheimen unnötiges abgegeben wird...
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  • Kommentar von Albrecht Lauener (LebendigeEthik)
    Das ist eine billige Phrase! Wir haben in unserer Politik mehrheitlich Theoretiker, die den Anschluss ans praktische Leben verpasst haben! Das sind Theoretiker, deren eigenen Finanzen es erlauben, sich privat versichern zu lassen, um ja jeden "Unfug bei möglichen Spital-Aufenthalt" zu geniessen. Durch dieses "neue" Spitalgesetz wird nichts gespart, es gibt lediglich eine Kostenverlagerung, die wiederum die Schwächsten der Schwachen trifft! Beschämend und ätzend - Ein Spiegelbild CH-Politik
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