Fusion abgelehnt (Noch) keine «Stadt» auf dem Mutschellen

Die Gemeinden Berikon, Rudolfstetten-Friedlisberg und Widen sind relativ grosse und wohlhabende Gemeinden - nahe bei Zürich auf dem Mutschellen gelegen. Trotzdem wollten die Gemeinderäte fusionieren. Dieser Plan ist nun zumindest vorläufig gescheitert.

Eine Person schlägt den Handschlag aus Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Es kommt nicht zum Handschlag auf dem Mutschellen. Keystone/Colourbox

Die Fusionsidee: Nach engerer Zusammenarbeit der drei Gemeinden, einer Mitwirkungsphase und einer Machbarkeitsstudie war für die Gemeinderäte klar: Eine Fusion ist die beste Variante für die Zukunft. Eine Gemeinde mit gut 12‘000 Einwohnern war das Ziel.

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Die Zahlen

Die Zahlen

Blick auf das Dorf Widen zvg/Gemeinde Widen

  • Berikon: 4600 Einwohner / Steuerfuss 92 Prozent
  • Rudolfstetten-Friedlisberg: ca. 4500 Einwohner / Steuerfuss 98 Prozent
  • Widen: ca. 3600 Einwohner / Steuerfuss 86 Prozent

«Heute oder morgen müsste man nicht unbedingt fusionieren, da kann jede Gemeinde selbstständig weiterleben. Aber es kommen neue Herausforderungen auf uns zu», erklärt Widens Gemeindeammann Peter Spring die Beweggründe.

Die Gemeindeversammlungen: Drei ausserordentliche Einwohnergemeindeversammlungen diskutierten am Montag über die Fusionsidee, in allen drei Gemeinden gleichzeitig. Das Interesse war gross: Je etwa 260 Menschen kamen an die Versammlungen – immerhin jeweils knapp zehn Prozent der Stimmberechtigten.

Die Entscheide:

  • Berikon (139:98): Ja zur Ausarbeitung Fusionsvertrag
  • Rudolfstetten-Friedlisberg (198:53): Ja zur Ausarbeitung Fusionsvertrag
  • Widen (113:135): Nein zur Ausarbeitung Fusionsvertrag

Wie weiter: Nach dem Entscheid vom Montagabend ist die Fusion noch nicht ganz vom Tisch. Gegen die Entscheide der Gemeindeversammlungen ist noch das Referendum möglich. Theoretisch könnte also jemand in Widen Unterschriften sammeln. «Es gab schon klar Reaktionen im Dorf, dass ein Referendum gestartet werden soll», sagt Gemeindeammann Peter Spring gegenüber SRF.

Falls genügend Unterschriften zusammen kommen, wird danach noch an der Urne entschieden. Dass ein negativer Entscheid zu einer Fusion an der Urne noch umgestossen werden kann, sah man am vergangen Wochenende in Suhr.

Die Varianten: Unklar ist das weitere Vorgehen, falls Widen tatsächlich nicht mitmacht. In Berikon und Rudolfstetten-Friedlisberg müsse man die Situation nun analysieren, sagt der Beriker Gemeindemmann Stefan Bossard gegenüber Radio SRF.

Für Peter Spring aus Widen ist allerdings ist klar: «Sinn macht es dann, wenn alle drei Gemeinden zum gleichen Entscheid kommen.» Bei einer Zweierfusion müsste man die bestehenden Gemeindeverbände und Kommissionen trotzdem aufrechterhalten. «Der Nutzen wäre sehr viel weniger gross, wenn nur zwei Gemeinden fusionieren.»