Nochmals: Kitesurfen geht nicht auf dem Hallwilersee

Die Aargauer Regierung bleibt nach der Anhörung dabei: Das Kitesurfen auf dem Hallwilersee soll auch in Zukunft nicht erlaubt werden. Gleiches plant der Kanton Luzern für seinen Teil dieses Mittellandsees.

Blick auf den Hallwilersee Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Hallwilersee soll Badegästen, Seglern und der Natur vorbehalten bleiben: Das Kitesurf-Verbot bleibt wohl bestehen. SRF

Im Herbst hatte die Regierung ein Gesetz in die Anhörung geschickt: Sie will das Kitesurf-Verbot auf dem Hallwilersee beibehalten. Auch nach der Anhörung bleibt die Regierung bei dieser Haltung. Nun geht das Gesetz in die parlamentarische Beratung.

Die Vorgeschichte in Kürze:

  • 2014 hebt der Bundesrat das generelle Verbot für Kitesurfen auf
  • Das neue Bundesgesetz tritt per 2016 in Kraft
  • Die Kantone dürfen weiterhin Verbote erlassen
  • Verbote sind dann erlaubt, wenn sie «zum Schutz wichtiger Rechtsgüter sowie zur Wahrung öffentlicher Interessen» auf den Gewässer dienen
  • Die Aargauer Regierung ist und bleibt der Meinung, dass die Aargauer Gewässer nicht geeignet sind für die Trendsportart

Die Aargauer Regierung will das Kitesurfen aus aus Gründen des Natur- und Vogelschutzes sowie der Sicherheit nicht zulassen.

Naturnahes Ufer am Hallwilersee gefährdet

Die Aargauer Regierung macht vor allem öffentliche Interessen geltend. Mit dem Hallwilerseeschutzdekret sei es gelungen, die dortige Landschaft in ihrer Einzigartigkeit zu erhalten. Rund 75 Prozent der Uferlandschaft seien naturnah, was für einen See im Mittelland einen einmaligen Wert darstelle.

Insbesondere die Schilf- und Seerosengürtel rund um den See seien weitherum berühmt, heisst es in einer Mitteilung der Staatskanzlei vom Freitag. So biete dieses Gebiet zahlreichen Vogelarten Platz zum Brüten oder die Möglichkeit zum Überwintern und Rasten.

Auch Wasserskifahren ist verboten

Die Regierung weist darauf hin, dass Wasserskifahren schon heute auf dem Hallwilersee verboten ist. Dasselbe soll auch für das Kitesurfen gelten. Zudem sei im Sommer die Sicherheit von Badegästen mit einer Zulassung des Kitesurfens nicht vereinbar. Viele Badende verlassen den Uferbereich oder überqueren sogar den ganzen See.

Das generelle Kitesurfverbot auf Aargauer Gewässern soll nun im kantonalen Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über die Binnenschifffahrt festgelegt werden. Die Aargauer Regierung unterbreitet ihre Botschaft dazu dem Grossen Rat.

Kitesurf-Verbot auch im Luzerner Teil

Die Aargauer Regierung ist damit gleicher Meinung wie diejenige des Kantons Luzern. Auch sie beabsichtigt, auf ihrem Teil des Hallwilersees ein Verbot für das Kitesurfen zu erlassen. Auf Luzerner Gebiet liegt ein Sechstel der Seefläche von total 10,3 Quadratkilometern.