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Fahrt mit dem neuen E-Bus und ein Gespräch über das Potenzial des Fahrzeugs.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 16.12.2019.
abspielen. Laufzeit 08:58 Minuten.
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Öffentlicher Verkehr Rein elektrisch mit dem Bus von Wettingen nach Neuenhof

Im motorisierten Individualverkehr geht der Trend zu Elektroautos. Auch der öffentliche Verkehr kann sich dieser Entwicklung nicht verschliessen. Die Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW) wollen Vorreiter sein und haben am Montag den ersten Bus des Aargaus mit einem rein elektrischen Antrieb in Betrieb genommen. Der schwedische Scania-Bus (12 m lang, 3 Türen, Reichweite bis 75 km) fahre mit reinem «Wettinger Naturstrom», so die Medienmitteilung, von Wettingen nach Neuenhof (Linie 8). Aufgeladen wird der Elektrobus im Bushof in Wettingen mit einer Ladestation der Schweizer Firma Furrer+Frey AG . Carlo Degelo, Leiter der Abteilung Verkehr beim Kanton Aargau, setzt grosse Hoffnungen in den neuen Bus.

Carlo Degelo

Carlo Degelo

Leiter Abteilung Verkehr Kanton Aargau

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Der Bauingenieur und Raumplaner Carlo Degelo leitet seit Anfang 2019 die Abteilung Verkehr beim Kanton Aargau. Die Abteilung ist verantwortlich für die Planung und den Bau von Anlagen für den Verkehr im Aargau, also für den öffentlichen, den motorisierten sowie den Fuss- und Veloverkehr.

SRF NEWS: Carlo Degelo, soeben haben wir die Jungfernfahrt des ersten rein elektrischen Linienbusses im Aargau hinter uns. Ist das die Zukunft des öffentlichen Verkehrs?

Carlo Degelo: Für uns ist es die Zukunft. Es ist eine gute Alternative zum Dieselbus, wie sie heute meist noch im Einsatz sind.

Wie lange geht es denn noch, bis es noch mehr Elektrobusse gibt im Aargau?

Das war jetzt mal der Startschuss. Für uns ist wichtig, dass es kontinuierlich weitergeht und dass nicht nur ein einziges ÖV-Unternehmen diese Technologie nutzt.

Mit der Durchschneidung eines Bandes ist die neue Buslinie von Wettingen nach Neuenhof eröffnet.
Legende: V. l. n. r.: Claudio Albrecht (Scania Schweiz), Carlo Degelo (Kt. AG), Stefan Kalt (RVBW) und Ricco Furrer (Furrer+Frey AG) eröffnen die E-Bus-Linie von Wettingen nach Neuenhof. zvg

Woran liegt es denn, dass es im Aargau noch keine Elektrobusse gibt ausser eben auf der Linie Wettingen–Neuenhof?

Die Investitionskosten sind natürlich recht hoch. Aber es ist wichtig, dass wir jetzt mal einen Ort haben mit der passenden Infrastruktur, wie in Wettingen mit dem Bushof. Schwierigkeiten sehe ich noch im hügeligen Gelände, weil man da Probleme hat mit der Reichweite des Busses.

Häufig scheitern so Öko-Projekte ja am Geld. Es gab in der Region Brugg schon einen Versuch mit Wasserstoff-Bussen, am Schluss hiess es aber, der Betrieb dieser Fahrzeuge sei zu teuer.

Es ist tatsächlich eine teure Sache. Ein Elektrobus ist etwas doppelt so teuer wie ein Dieselbus. Wir haben aber eine ÖV-Spezialfinanzierung im Aargau, wo man Infrastrukturanlagen wie die Ladestation in Wettingen bezahlen kann. Wir haben hier zwischen 300'000 und 400'000 Franken investiert.

Der Bus in der Ladestation im Bushof Wettingen.
Legende: Der Bus unterscheidet sich äusserlich praktisch nicht von einem Dieselbus. Charakteristisch ist aber die Ladestation im Bushof Wettingen. Ein Arm überragt den Bus. Von dort senkt sich ein Kabel ab, das den Bus über das Dach mit Strom versorgt. zvg

Sind die RVBW denn momentan allein auf weiter Flur oder sind noch andere Projekte für E-Busse in der Pipeline?

Das ist ein Pilotversuch, den man hier in Wettingen macht. Andere Betriebe werden das anschauen und die Erfahrungen auf sich übertragen, dann können sie entscheiden, ob sie auch auf reine Elektrobusse aufspringen.

Fahren im Aargau in 10 Jahren nur noch reine Elektrobusse?

Nein, das auf keinen Fall. Es ist schwierig, eine Prozentzahl zu nennen. Die RVBW streben an, bis in 10 Jahren die Mehrheit der Flotte rein elektrisch auszurüsten. Es wird nach wie vor aber auch Hybridbusse geben und reine Dieselfahrzeuge.

Das Gespräch führte Christoph Wasser.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Fritz Münz  (Fritz Münz)
    Bernmobil war schneller. Seit einem Jahr (oder schon länger?) wird die Könizer Linie elektrisch betrieben. So viel ich weiss ohne Probleme
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von martin blättler  (bruggegumper)
    Eine sehr sinnvolle Entwicklung,aber nicht einzigartig.Einst gab es
    den "Girobus" zwischen ZH Hbhf und Oerlikon,der jahrzehntelang
    seinen Dienst verrichtete.Energiespeicher war ein liegendes Schwung-
    rad,das an der Endhaltestelle wieder beschleunigt wurde.
    Eine Inspiration für junge Ingenieure?
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