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Pflegeheim Rupperswil Kaum eröffnet und schon schliesst die Demenzabteilung

Das Pflegeheim Länzerthus in Rupperswil wurde für rund 40 Millionen Franken neu gebaut. Nun muss umorganisiert werden.

Das ist das Problem: Das Alters- und Pflegeheim Länzerthus in Rupperswil wurde im Frühling 2018 neu eröffnet. Für über 40 Millionen Franken wurde auf der grünen Wiese gebaut. Nun müsse man schon reorganisieren, teilen Leitung und Verwaltungsrat in einem Brief an Bewohner und Angehörige mit.

«Die Planung des Neubaus wurde vor ca. acht Jahren auf die damaligen Voraussetzungen abgestimmt. Damals gab es eine steigende Nachfrage nach speziellen Wohnangeboten für Demenzkranke.» Nun zeige sich aber: die Nachfrage stimme nicht, sagt der Vizepräsident des Verwaltungsrates des Pflegeheims Roland Huggler gegenüber SRF. Die Konkurrenz sei viel grösser als bei der Planung.

Symbolbild Altersheim. Eine Frau läuft an einem Rollator.
Legende: Das Pflegeheim Länzerthus in Rupperswil wurde für rund 40 Millionen Franken neu gebaut. Jetzt muss es schon wieder umorganisiert werden. Keystone

Konkurrenz in der Region: In der Region Rupperswil gibt es unterdessen viel Konkurrenz mit Blick auf die Demenzabteilungen. Solche befinden sich etwa in Lenzburg, hier gibt es seit Juni 2015 «Im Lenz» 13 Pflegeplätze für Demente. Im Lindenfeld in Suhr gibt es 42 Pflegeplätze in der Demenzabteilung, in Niederlenz sechs solche Plätze in einer Wohngruppe für Demenzkranke. War der Bau in Rupperswil also einfach zu gross angelegt? Nicht unbedingt, sagen die Verantwortlichen des Pflegeheims. Bei der Planung und beim Bau waren keine solchen Angebote vorhanden. Auch der Kanton habe geraten, eine Demenzabteilung zu planen.

Kanton ist erstaunt: Man habe das Heim in Rupperswil erst eröffnet. Die Reorganisation erstaune deshalb, so Karin Müller, Mediensprecherin des Aargauer Gesundheitsdepartements. Eigentlich rechne man künftig mit noch mehr Bedarf an Plätzen für Demenzkranke. «Die Babyboomer-Jahrgänge kommen erst noch in dieses Alter, wir rechnen dann mit einem hohen Bedürfnis. Rupperswil war eventuell einfach etwas zu früh», heisst es beim Kanton.

Symbolbild Altersheim. Hand einer alten Frau.
Legende: Der Kanton erwartet künftig noch mehr Bedarf an Plätzen für Demenzkranke. Keystone

Rupperswil ist beunruhigt: Bei der Gemeinde Rupperswil ist man über die Reorganisation des Heims besorgt, wie es auf Anfrage heisst. Man sei erstaunt und etwas «beunruhigt», sagt Gemeindeammann Ruedi Hediger auf Anfrage. Die Gemeinde ist Aktionärin, zusammen mit den Gemeinden Hunzenschwil, Auenstein und Schafisheim. Der grösste Teil entfällt auf Rupperswil. Man wolle nun mit den Verantwortlichen Lösungen suchen, heisst es auf Anfrage.

Der Lichtblick: Statt einer Demenzabteilung überlegen sich die Verantwortlichen des Rupperswiler Heims nun eine Abteilung für junge Pflegebedürftige einzurichten. Das sei nämlich gefragt, sagt der Vizepräsident des Verwaltungsrates des Pflegeheims Roland Huggler. So wäre das Länzerthus wieder voll belegt und Gemeinde, Heimverantwortliche und Kanton entspannter.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Albrecht Lauener (LebendigeEthik)
    Im ganzen CH-Pflegebereich gibt es Fehlplanung soweit das Auge reicht... Wieso dass die Alters- und Pflegeheime nun als Aktiengesellschaften gegründet und geführt werden, ist ein weiteres deplatziertes Phänomen! Wie eine Oase-Holding AG entstehen konnte und mit wessen Kapital, lässt weitere Fragen offen; Gemeinden und somit der CH-Staat geben die Pflegebedürftigen gerne ab und sog. AG's - Neue Alterswohnungen in der Schweiz, die kein AHV-Ergänzungsleistungsbezüger bezahlen kann...!!!
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