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Aargau Solothurn Platzmiete und Gebühren bereiten Aargauer Zirkussen Sorge

Für die grossen Aargauer Zirkusse Monti und Nock naht das Saisonende. Beide sind zufrieden mit Besucherzahlen und Umsatz. Beide sind aber auf alternative Einnahmequellen angewiesen – auch weil Platzmiete und Gebühren das Budget immer stärker belasten.

Schriftzog Nock am Zirkuszelt.
Legende: Mehr Umsatz beim Zirkus Nock, aber nicht mehr Gewinn – auch wegen höherer Platzgebühren. ROMAN PORTMANN/SRF

Acht Monate war der Fricktaler Zirkus Nock unterwegs, an 52 Orten in der ganzen Schweiz hatte er seine Zelte aufgestellt. Nach der letzten Vorstellung am Sonntag in Olten geht es nun in die Winterpause. Die Medienverantwortliche Mina Seiler schaut zufrieden auf die Saison 2016 zurück. Mehr Besucher als letztes Jahr sahen die Vorführungen im Nock, und dies, obwohl das Wetter an zwei Standorten je eine Vorstellung verunmöglichte.

Trotzdem: Eitel Freude herrscht nicht. An einigen Orten hätten die Standortgemeinden ohne Vorwarnung die Platzgebühren erhöht. In Lugano etwa sei die Gebühr verdoppelt worden, so Seiler. Dies habe man erst bemerkt, als die Rechnung eingetroffen sei. Dies werfe das Zirkus-Unternehmen ein wenig zurück, weil es sich um höhere Summen handle.

«Kreativ beim Erfinden von Gebühren»

Ähnlich klingt es beim Zirkus Monti, der seine Saison Ende November in Solothurn beendet. Ein gutes Jahr sei es gewesen mit vielen fröhlichen Besuchern, sagt Zirkusdirektor Johannes Muntwyler. Er erwähnt aber auch die ständig steigenden Abgaben. «Es ist erstaunlich, wie kreativ einige Stadtverwaltungen sind beim Erfinden von Gebühren. Es entsteht der Eindruck, dass man an einigen Orten geschröpft wird.»

Vom Publikum fühlt sich der Zirkus Monti immer noch geschätzt. «Sonst würde ich wohl keinen Zirkus mehr machen», so Muntwyler. Er wünscht sich aber auch, dass ein Zirkus als kultureller Anlass durch die Stadtverwaltungen ein wenig anders behandelt würde als «rein kommerzielle Veranstaltungen.»

Akrobaten an einem Trapez, daneben Personen an Tischen, im Hintergrund eine Band.
Legende: Der Zirkus Monti generiert in der Wintersaison Einnahmen mit Monti's Variété, einer Show mit Essen und Musik. ZVG/ZIRKUS MONTI

Ferien im Zirkus oder Winterprogramm

Monti und Nock sind heutzutage auf alternative Einnahmequellen angewiesen. Der Zirkus Nock bietet seit diesem Jahr Ferien im Zirkuswagen an. Dieses Angebot sei sehr gut angelaufen, erklärt Mina Seiler. Daneben verkauft Nock Taschen aus alten Zirkuszelt-Blachen.

Der Zirkus Monti geht Mitte November in die zweite Saison seines Winterprogramms. «Monti's Variété» wird in einer Halle gespielt, im Winterquartier des Zirkus in Wohlen. Artisten zeigen ihre Kunststücke für Gäste bei Essen und Trinken. Daneben betreibt die Familie Muntwyler eine Zirkuszelt-Vermietung als zusätzliches Standbein.