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Schuldsprüche im Entführungsfall «Anna»
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 23.01.2020.
abspielen. Laufzeit 01:09 Minuten.
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Schuldsprüche in Baden Vater und Grossmutter von «Anna» wegen Kindsentführung verurteilt

  • Das Bezirksgericht Baden hat den Vater und die Grossmutter von Anna zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 22 Monaten bzw. 16 Monaten verurteilt.
  • Dies unter anderem wegen Freiheitsberaubung und Entführung.
  • Vater und Grossmutter müssen daneben eine Busse von je 2000 Franken bezahlen, berichtet die Nachrichtenagentur sda.

Das Bezirksgericht sah es in seinem Urteil vom Donnerstag als erwiesen an, dass Vater und Grossmutter das Kind im Jahr 2015 nach Frankreich entführt hatten. Sie wollten damit die Durchsetzung eines Bundesgerichtsurteils verhindern, wonach Anna bei ihrer Mutter in Mexiko aufwachsen solle.

Mit dem Urteil folgt das Bezirksgericht in fast allen Punkten den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Die beiden Angeklagten hatten auf Freispruch plädiert. Sie argumentierten, dass sie mit der Entführung den Willen des damals 9-jährigen Mädchens ausgeführt hätten und sie vor der unsicheren Lage in Mexiko schützen wollten.

In die Schlagzeilen kam der Fall 2015. Damals reiste die Grossmutter von Anna mit dem Kind nach Frankreich, um dieses den Aargauer Behörden zu entziehen. Diese wollte das Kind zurück zur Mutter nach Mexiko schicken.

Wann kann ein Kind selber entscheiden?

Dort hatte sie bis ins Alter von 9 Jahren gewohnt. 2013 trennten sich die Eltern, das Sorgerecht blieb bei beiden, die Mutter erhielt aber die Obhut. 2014 reiste Anna mit ihrem Vater in die Schweiz, um das hiesige Leben auszuprobieren. Dem Kind gefiel es gut, die Mutter verlangte aber die Rückkehr. Das Bundesgericht gab der Mutter Recht, weshalb die Grossmutter sich zur «Entführung» entschloss. In Frankreich wurde sie verhaftet, das Mädchen wurde nach Mexiko gebracht.

2018 dann flog Anna ohne das Wissen der Mutter erneut mit ihrem Vater von Mexiko in die Schweiz. Die Mutter kämpfte vor Gericht erneut dafür, dass ihre Tochter zurückgebracht wird. Dieses Mal verlor sie aber. Die Gerichte berücksichtigten nun den Wunsch Annas, in der Schweiz zu leben. Sie argumentierten, das Kind sei inzwischen 12 Jahre alt und reif genug, um selber zu entscheiden. Heute lebt Anna mit ihrem Vater und dessen neuen Partnerin in Bremgarten.

Video
Der Fall Anna
Aus Schweiz aktuell vom 20.01.2020.
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4 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    man kann ja das Urteil witerziehen... ich taete es wohl... frage aber was DAS kostet und ob es Sinn macht
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  • Kommentar von Jos Peperkamp  (Peptalk)
    Kann jemanf dieses Urteil mit Logik erklären. Schlussendlich hat das Gericht entsvhieden, wie das Kind 12 war, das sie in der Schweiz bleiben darf. Das behartet meine Sicht das dieses Kind nie nach Mexiko wollte und daher instanzen am Anfang eine falsche Entscheidung getroffen haben. Nur der Vater und die Grossmutter haben es richtig verstanden. Werden jetzt Nachhinein bestraft. Wir haben wirklich hier eine Gesetzgebung die durch hirnlose bedacht wurde.
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    1. Antwort von Mike Grund  (Mike)
      Ich verstehe den Artikel anders: Das Kind lebte bis zum 9. Altersjahr in Mexiko bei der Mutter. Dann kam sie mit dem Vater in die CH, um das hiesige Leben auszuprobieren.
      Scheidungskinder sind bei Eltern die gegeneinander arbeiten leider oftmals „Gegenstand“ des Kampfes. Ich bin mir nicht sicher, ob es hier in diesem Fall überhaupt eine Gewinnerpartei gibt.
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    2. Antwort von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
      richtig handeln kann Unrecht sein je nach Gesetzeslage.. und das geltende Recht wurde hier einfach angewendet... natuerlich als etwa unelastisch empfunden... man haette tatsaechlich 5e gerade sein lassen koennen.. aber eben, Gefuehl (feingefuehl) ist oft nur gegenueber Carlos'es zu finden..
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