Schweizer Denkmalpreis für Kirche in Bünzen

Die Innensanierung der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Georg und Anna im aargauischen Bünzen wird mit dem Schweizer Denkmalpreis 2015 honoriert. Die Kirche wurde zwischen 2012 und 2014 umfassend renoviert. Vor allem eine neu rekonstruierte Malerei ist sehenswert.

Bünzen besitze nun einen der schönsten, nahezu umfassend erhaltenen Sakralräume des Historismus im Kanton Aarau, heisst es in der Begründung der Konferenz der Schweizer Denkmalpfleger (KSD). Die Kirche von Bünzen ist das älteste neugotische Gotteshaus im Freiamt. Sie wurde 1860/1861 vom Badener Architekten Caspar Joseph Jeuch erbaut.

Bilder als optische Täuschung

Bei der abgeschlossenen Innensanierung wurde auch die sogenannte Trompe-l'oeil-Malerei, die 1931 weitgehend verloren ging, rekonstruiert.

Erstellt wurde sie in einer einzigartigen illusionistischen Malweise, die das Auge täuschen soll. So vermittle die beige-graue Architekturmalerei den Eindruck aufwändiger Steinmetz- und Stuckaturarbeiten, wie es in einer Mitteilung des Kantons Aargau heisst.

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Die Renovation

Die Pfarrkirche St. Georg und Anna in Bünzen wurde zwischen 2012 und 2014 renoviert. Ursprünglich war ein Pilzbefall im Innern der Kirche der Grund. Die Renovationskosten betrugen gut zwei Millionen Franken. Davon übernahmen Bund und Kanton je rund 320'000 Franken. Am 28. Juni wurde die Kirche wiedereröffnet.

Historismus: Geliebt und verachtet

«Diese Architektur war damals modern», erklärt Peter Omachen, Jurypräsident des Schweizer Denkmalpreises. Im 20. Jahrhundert hingegen schätzte man diese Architektur kaum mehr.

«Ab den 1930er Jahren sah man diese Architektur als kitschig, geschmacklos und veraltet an», erzählt Omachen. Deshalb gibt es nur noch wenige Schweizer Kirchen, in denen der damalige Historismus zu sehen ist.

Die Übergabe des Schweizer Denkmalpreises findet am Dienstag in Bünzen statt. Ausgerichtet wird dieser Anerkennungspreis von der Konferenz der Schweizer Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger.