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Legende: Audio Schulleiterin Denise Widmer zum Tuberkulose-Fall an dieser Schule in Suhr abspielen. Laufzeit 02:54 Minuten.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 06.09.2019.
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Suhr, Oberkulm und Brugg Mehrere Fälle von Tuberkulose an Aargauer Schulen

  • An einer Schule in Suhr ist ein Mädchen an der Lungentuberkulose erkrankt.
  • Auch an der Realschule in Oberkulm musste ein Schüler wegen Tuberkulose behandelt werden.
  • Einen weiteren Fall an einer Berufsschule in Brugg, über den «20 Minuten» berichtete, konnten die Behörden bisher nicht bestätigen.

Denise Widmer, die Gesamtschulleiterin von Suhr, bestätigt auf Anfrage von SRF Berichte von Online-Medien. Demnach ist in der Aargauer Gemeinde eine Schülerin an Tuberkulose erkrankt. Das Kind befindet sich seit drei Wochen im Spital, es hat sich möglicherweise in den Sommerferien angesteckt.

Mitte September zum Bluttest

In einem Schreiben an die Eltern der 1350 Schülerinnen und Schüler informierte die Schulleitung über die Erkrankung des Mädchens aus einer vierten Primarschulklasse und über einen Bluttest, der in sieben Wochen durchgeführt werden soll. Zum Bluttest müssen 28 Kinder und Erwachsene. Sie haben während der letzten zwei Monate mehr als acht Stunden mit dem erkrankten Kind in einem Raum verbracht.

Karte mit zwei Orten markiert: Brugg und Oberkulm.
Legende: In diesen Aargauer Gemeinden wurden Fälle von Tuberkulose bestätigt. SRF

Der Bluttest findet für die unter 12-jährigen Kinder am 16. September statt, für die anderen am 24. Oktober. Weil die Ansteckungszeit bis zu acht Wochen betrage, ergebe ein früherer Test keinen Sinn, wehrt sich Gesamtschulleiterin Widmer gegen Vorwürfe der Eltern. Man stehe in Kontakt mit der Lungenliga Aargau und den Kantonsbehörden.

In den Sommerferien erkrankt

Auch in Oberkulm gab es eine Tuberkulose-Erkrankung, wie Alois Zwyssig, Gesamtschulleiter Mittleres Wynental, eine Onlinemeldung des «Blicks» auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigte.

Während den Sommerferien sei bei einem Mitschüler der letztjährigen ersten Realschule eine Tuberkulose-Erkrankung festgestellt worden. Die Person wurde behandelt. Die Schüler und Eltern der betroffenen Klasse wurden bereits Ende August informiert. Kommende Woche müssen die Mitschüler und Lehrkräfte zu einem Bluttest.

Laut «20 Minuten» soll sich schliesslich ein Schüler der Brugger Berufsfachschule Gesundheit und Soziales mit der Krankheit angesteckt haben. Ein entsprechendes Schreiben soll dem Online-Medium vorliegen. Eine Bestätigung durch die Behörden liegt aber nicht vor.

550 Fälle pro Jahr

Die Tuberkulose ist eine durch hustende Erkrankte über die Raumluft übertragbare Krankheit. In der Schweiz gibt es pro Jahr rund 550 Erkrankungen.

Gemäss des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) kommt die Mehrzahl der Erkrankungen in der Schweiz bei Personen aus Ländern vor, in denen die Tuberkulose noch verbreitet ist (insbesondere Afrika und Asien). Bei Einheimischen sind zur Hälfte Personen im Pensionsalter betroffen, die sich noch als Kinder angesteckt hatten.

Die Übertragung erfolgt, indem eine an Lungentuberkulose erkrankte Person bakterienhaltige Tröpfchen aushustet, die dann in der Raumluft schweben und von anderen eingeatmet werden. Für eine Ansteckung ist gemäss BAG meist ein Aufenthalt im gleichen Raum über Stunden erforderlich.

Mit Antibiotika behandelbar

Eine Ansteckung ist erst nach zwei Monaten nachweisbar. Nur fünf bis zehn Prozent der Personen mit einer frischen Ansteckung erkranken später einmal, am ehesten innert zwei Jahren.

Typische Symptome sind Husten, oft mit Auswurf, Fieber und Gewichtsabnahme. Die Tuberkulose ist mit speziellen Antibiotika über Monate meist gut behandelbar. Ohne Behandlung verläuft sie, nach einer meist längeren Erkrankung, oft tödlich.

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75 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Schär  (Fakten)
    „Und fast jeder dritte Tuberkulose-Patient in der Schweiz stammt aus Eritrea oder Somalia, das zeigen die jüngsten Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit„
    Zitat aus SRF-Artikel „Problematische Situation in Asylzentren“ 22.12.2016
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  • Kommentar von Mario Atreb  (Oiram)
    Migrantenfeindlich ist hierbei, dass Sie von der falschen Annahme ausgehen, dass Tuberkulose ansteckend ist und demgemäss die Einwanderer aus Afrika und Asien dann die Schuldigen sind. Was die SM Tuberkulose nennt ist der Abbau eines sog. Tumors mit Hilfe von Bakterien nach einem überstandenem Todesangstkonflikt, der immer die Lunge betrifft. Man kann sich gut und leicht vorstellen, dass gerade Migranten u.a. wegen Todesängsten in den Westen flüchten!
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  • Kommentar von Markus Baumann  (pierrotlunaire)
    „Gemäss des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) kommt die Mehrzahl der Erkrankungen in der Schweiz bei Personen aus Ländern vor, in denen die Tuberkulose noch verbreitet ist (insbesondere Afrika und Asien).“ Dieser Satz bedeutet: Die Mehrzahl aller an TB erkrankten Menschen in der Schweiz sind Menschen aus Afrika und Asien. Ergo folgt logisch: Im Kontakt mit Menschen aus Afrika und Asien ist die Ansteckungsgefahr in der Schweiz höher als mit Europäern. Was an diesem Fakt ist Migranten feindlich?
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    1. Antwort von Maria Meier  (MMeier)
      Migranten feindlich oder nicht, die Aussage ist sowieso falsch, weil die Ansteckungsgefahr statistisch viel zu klein ist. Für eine Uebertragung muss man längere Zeit täglich mehrere Stunden in einem engen Raum zusammen sein.Der Erkrankte muss zudem ansteckend sein (was Kinder fast nie sind, weil sie zu wenig infektiöses Material aushusten). Und auch dann werden nur ca 10% krank,weil bei Gesunden, die Abwehr ziemlich gut funktioniert und die Tuberkulosebakterien nicht besonders agressiv sind.
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    2. Antwort von Markus Baumann  (pierrotlunaire)
      @Meier Welche Aussage ist sowieso falsch?
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    3. Antwort von Maria Meier  (MMeier)
      @ Baumann: Ihre Aussage "Im Kontakt mit Menschen aus Afrika und Asien ist die Ansteckungsgefahr in der Schweiz höher als mit Europäern" ist falsch. Weil die Ansteckungsgefahr in der Schweiz so oder so sehr, sehr, sehr klein ist angesteckt zu werden. Und deshalb auch in mehreren Jahren kein statistischer Unterschied bezüglich irgendwelcher Herkunft gezogen werden kann.
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