Zum Inhalt springen
Inhalt

Aargau Solothurn Umsetzung Aargauer Krippengesetz: Möglichst einfach

Das Aargauer Stimmvolk hat am Sonntag das neue Krippengesetz mit 53 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Vor allem ländliche Gemeinden haben das Gesetz aber abgelehnt. Sie haben Nachholfbedarf. Und suchen nun nach möglichst einfachen Lösungen.

Betreuerin mit Kindern an einem Mittagstisch beim Essen
Legende: Mittagstische, Krippen, Tagesfamilien: Die Aargauer Gemeinden müssen künftig «bedarfsgerechte» Angebote schaffen. Keystone (Symbolbild)

Von einem «Stadt-Land-Graben» war am Abstimmungssonntag im Aargau die Rede. Das neue Krippengesetz des Kantons wurde vor allem in ländlichen Gemeinden abgelehnt. Am stärksten war die Ablehnung im Bezirk Kulm, mit rund 60 Prozent Nein-Stimmen. Die Gemeinde Schlossrued lehnte das neue Krippengesetz sogar mit 76,6 Prozent der Stimmen ab.

Schlossrued, der Bezirk Kulm und alle anderen ländlichen Gemeinden wurden aber überstimmt. Von den grösseren und städtischeren Gemeinden im Kanton.

Auf bestehende Strukturen aufbauen

Deshalb ist für den Schlossrueder Gemeindeammann Martin Goldenberger am Tag danach klar: «Wir werden uns damit befassen müssen, wie wir das Gesetz umsetzen wollen».

Man werde sicher mit der Nachbargemeinde Schmiedrued das Gespräch suchen, so Goldenberger gegenüber Radio SRF. Das Gesetz erlaubt nämlich explizit die Zusammenarbeit von Gemeinden.

Wenn möglich wolle man auf bestehende Strukturen aufbauen, betont Martin Goldenberger weiter: «Wir haben im Schulhaus noch leerstehende Räume, die wir nützen könnten. Das Essen für den Mittagstisch können wir eventuell im Restaurant Storchen beziehen.» Kreative Ideen sind also gefragt.

Der Regionalverband wird uns auch unterstützen.
Autor: Martin GoldenbergerGemeindeammann Schlossrued

Unterstützung erhofft sich Goldenberger auch vom Regionalverband Suhrental. Verbandspräsident Rolf Buchser sagt auf Anfrage des Regionaljournals, dass man zuerst abklären müsse, was das Gesetz überhaupt verlange: «Sobald der Bedarf geklärt ist und es sich zeigt, dass einzelne Gemeinden mit der neuen Aufgabe überfordert sind, wird der Regionalverband sicher Hand bieten zu gemeinsamen Lösungen».

Glücklich, wer schon hat

Einfacher haben es Gemeinden, welche bereits über Tagesstrukturen verfügen. Eine davon ist Beinwil am See. Zwar hat das Stimmvolk das Krippengesetz auch hier abgelehnt (mit 51,3 Prozent Nein-Stimmen). Und auch der Gemeindeammann Peter Lenzin war gegen das Gesetz.

Wir sind in einer komfortablen Ausgangslage.
Autor: Peter LenzinGemeindeammann Beinwil am See

Trotzdem bereitet ihm die Umsetzung jetzt keine Kopfschmerzen: «Wir haben bereits zwei private Kindertagesstätten in der Gemeinde und müssen daher nur die Finanzierung neu regeln». Sprich: Die Gemeinde wird ziemlich sicher mit den bestehenden Kindertagesstätten eine Leistungsvereinbarung abschliessen und sich an den Kosten beteiligen. Doch darüber müsse der Gemeinderat noch entscheiden.

Schlossrued und Beinwil am See: Beide Beispiele zeigen, dass sich auch ländliche Gemeinden mit dem neuen Krippengesetz durchaus arrangieren können. Zumindest macht es einen Tag nach der Abstimmung den Anschein.

Was kostet das Krippengesetz?

Diese Frage ist für viele Gemeinden noch nicht zu beantworten. Das Gesetz verlangt zwar ein «bedarfsgerechtes» Angebot an familienergänzender Betreuung. Was genau mit Bedarf gemeint ist - und wie dieser ermittelt werden soll - muss der Regierungsrat aber noch definieren. Das Gesetz ist spätestens zum Beginn des Schuljahrs 2018/19 umzusetzen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Auf dem Land leben die Menschen halt noch eher nach Traditionen, bewährten Werten und Selbstverantwortung! In den urbanen Grossagglomerationen wird vermehrt alles und jedes dem Staat zugeführt (delegiert)! Die Abstimmung hat dieses Faktum gestern ganz deutlich bestätigt! Darum sind die linken Hassorgien gegen alles Konservative und Bewährte nicht ernst zu nehmen! Sind wir froh, gibt es noch selbstverantwortliche und leistungsbereite Menschen auf dem Land, sonst wäre noch viel mehr verstaatlicht!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen