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Unbeliebte Vögel Warum wir am Taubendreck selbst schuld sind

Hoch über der Solothurner Altstadt hat eine Gruppe Tauben ihren Schlafplatz. Im Estrich der Jesuitenkirche gibt es zwei betreute Taubenschläge. Hier schaut der Taubenaufseher der Stadt Solothurn, Markus Morand, zum rechten.

Mann
Legende: SRF

Der Angestellte der Stadt (früher beim Werkhof, heute im Krematorium) versucht die Taubenpopulation in Solothurn zu kontrollieren. Dazu betreibt er im Auftrag der Stadt vier Taubenschläge. Dort erhalten die Tauben zwei Mal pro Woche spezielles Futter.

Taubenschlag ohne Tiere
Legende: SRF / Andreas Brandt

Hinter den Taubenschlägen stecken drei Ziele: Erstens sollen die Tauben durch das Futter gesund bleiben, zweitens sollen sie dank dem regelmässigen Putzen der Schläge keine Krankheiten übertragen und drittens sollen die Tauben hier übernachten und damit keine anderen Schlafplätze in Häusern suchen, wo sie weniger willkommen sind.

Die Solothurner und die Tauben (3. Strophe Solothurnerlied)

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Me-n-isch i üser suubere Stadt d'Sant-Urse-Tuube gwohnt.
's isch immer so gsi - 's isch immer so gsi!
Obwohl sie ganz verdräcke tüe die schöni Marmorfront.
's isch immer, 's isch immer so gsi!
Und wo die hohi Polizei paar abeg'schosse hett,
Do hett me-n-i der ganze Stadt gar schröckli drüber gredt;
Me söll die Tuube mache lo - es sig jo glych wohi -
's isch immer, 's isch immer so gsi!

Tauben sind bei vielen nicht gerne gesehen. Sie gelten als Krankheits-Übertrager, als «Ratten der Lüfte» und als Verdrecker der Städte. Dabei seien die Tauben eine der erfolgreichsten Tierarten der letzten Jahrhunderte, meint Andreas Schäfer. Er konzipierte im Naturmuseum Solothurn eine neue Ausstellung, die sich mit den Strassentauben beschäftigt.

Mann vor Vitrine mit Taube
Legende: SRF

Ursprünglich stammen die Strassentauben von der Felstaube ab, welche unter anderem im Mittelmeerraum lebt. Allerdings gehen die heute lebenden Strassentauben allesamt auf ehemalige Haustiere zurück.

Sonderausstellung Strassentauben

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Im Naturmuseum Solothurn gibt es eine Sonderausstellung zum Thema «Strassentauben - verehrt und verpönt».

Die Ausstellung ist vom 13. November 2018 bis zum 22. April 2019 geöffnet. Weitere Informationen unter www.naturmuseum-so.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster

Bereits vor tausenden von Jahren wurden Tauben domestiziert und gezüchtet. Diejenigen, die entwichen, blieben in den Städten. Statt in Höhlen und Felsnischen brüteten sie nun auf Dachstöcken.

Taube am Wasser.
Legende: Andreas Schäfer/Naturmuseum Solothurn

Dass die Tauben früher Haustiere waren, sieht man etwa immer noch daran, dass sie relativ wenig Angst vor Menschen haben und nach einer gewissen Zeit auch zutraulich werden, etwa in Taubenschlägen. Dass Tauben an einigen Orten zu einer Plage wurden, hänge stark vom Menschen ab, sagen Andreas Schäfer und Markus Morand übereinstimmend.

Taube an Flussufer.
Legende: Andreas Schäfer/Naturmuseum Solothurn

Beide verurteilen das Füttern der Tauben aufs schärfste. Altes Brot oder Reis sei keine geeignete Nahrung und führten zu Erkrankungen. Trotzdem vermehrten sich Tauben stark, schliesslich gebe es ja genug Essen für noch mehr Tauben. Dies führe zu einer Art «Dichtestress». Und wenn Tauben gestresst seien, dann würden sie vermehrt krank und prägten so das negative Bild.

Deshalb solle man es unterlassen, Tauben zu füttern. Damit würde man den Tieren helfen, weil sie gesünder lebten und weniger Nachwuchs zeugten. Gleichzeitug helfe so auch den Städten und ihren Bewohnern, die weniger mit Taubenkot und übertragenen Krankheiten zu kämpfen hätten.

Der Taubenwart von Zürich (1968)

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