Unternehmer nutzt Grundwasser als Kühlmittel

Acht von zehn Schweizer KMU könnten ihre Produktion energieeffizienter machen, hiess es heute an einer Fachtagung der Fachhochschule Nordwestschweiz. Ein Vorzeigeunternehmen in diesem Bereich ist die Druckerei Vogt-Schild AG in Derendingen.

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Bildlegende: Rolf Steiner ist seit 13 Jahren Geschäftsführer der Vogt-Schild-Druckerei in Derendingen. SRF

Grundwasser ist nicht nur zum Trinken da. Das beweist die Vogt-Schild-Druckerei in Derendingen mit ihrem jüngsten Projekt zum Thema «Energieeffiziente Produktion»: Mit einem Schacht wird das 11 Grad kalte Grundwasser aus dem Boden geholt und zur Kühlung von Druckmaschinen und Räumen gebraucht. Ohne das Wasser zu verschmutzen wird es dann wieder in den Boden zurückgeleitet, wo es später als Trinkwasser dient.

Investitionen nötig

Rolf Steiner ist Geschäftsführer der Vogt-Schild-Druckerei in Derendingen. Er ist zufrieden mit dem Projekt: «Wir hätten so oder so eine neue Kühlung gebraucht. Nun haben wir zwar doppelt so viel Geld ausgegeben als für eine gewöhnliche Kühlung, dafür profitieren wir nun von tieferen Stromkosten.»

Steiner rechnet vor, dass mit der neuen Kühlung etwa so viel Strom wegfalle wie 100 Einfamilienhäuser im Jahr brauchen würden. 1,2 Millionen Franken hat das neue Grundwasser-Kühlsystem die Druckerei gekostet. Bereits in sechs Jahren könnten diese Kosten amortisiert sein, glaubt Steiner. Sofern der Strompreis gleich bleibt wie jetzt.

Nicht alle KMU können sechsstellige Beträge ausgeben

Rund 600‘000 Franken hat die Druckerei zusätzlich ausgegeben, um auf ein energieeffizientes System zu setzen. Das ist viel Geld, das weiss auch Sébastien Meunier. Er ist Manager und Projektleiter bei der Nordwestschweizer Innovationsförderung «i-net». Nicht alle Firmen seien bereit, so viel Geld auszugeben. Das sei aber auch nicht immer nötig.

«Häufig reicht es schon, Prozesse oder Methoden genauer anzuschauen, um erste Schritte zu machen», sagt Meunier gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. «Indem man eine Maschine an einem anderen Ort platziert oder eine Türe künftig schliesst, können bereits Kosten gespart werden», erklärt der Experte.

Einfach drauflos sparen mache aber keinen Sinn. «Zuerst muss genau gemessen werden, wo wie viel Strom verbraucht wird», erklärt Meunier. Er glaubt, dass acht von zehn Schweizer KMU noch Potential hätten, um energieeffizienter zu produzieren.

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr)