Vermissen Sie die gute alte Jukebox? Dann ab nach Seewen!

Das Museum für Musikautomaten im solothurnischen Seewen widmet sich in seiner neuen Sonderausstellung «The Golden Age of the Jukebox» der Geschichte der Musikautomaten. Mit dem «Music-Boy» wird auch die erste Schweizer Jukebox präsentiert, und darf ausprobiert werden.

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Bildlegende: Jukeboxen in allen Formen und Farben sind im Musikautomatenmuseum in Seewen zu bewundern. Und sie tönen auch noch. zvg

Es gab eine Zeit, als die Menschen die Musik nicht ständig auf dem Handy oder Tablet-Computer mit sich herumtrugen. Eine Zeit, in der die Musik ab Schallplatte kam, und die Menschen die Hüften zu Elvis Presley oder Bill Haley schwangen.

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Bildlegende: Noch bis in die 1980er Jahre standen Jukeboxes in vielen Restaurants. Dank ihnen wurde Popmusik auch wirklich populär. zvg

Die Jukebox war im 20. Jahrhundert entscheidend für die Verbreitung der Populärmusik. In den 1950er und 1960er Jahren konnten sich viele Leute noch keinen Plattenspieler leisten. Praktisch überall standen deshalb Musikautomaten.

Zuerst der Rock'n'Roll und dann die Beat- und die Rockmusik lebten davon, dass populäre Stücke in Restaurants und Bars «dünn und durchsichtig» gespielt wurden.

US-Giganten und Schweizer Tüftler

Die Blütezeit der Jukeboxes begann in den 1930-er Jahren. Nicht nur der Betrieb, sondern auch die Herstellung der Musikautomaten wurde zu einem grossen Geschäft. Firmen wie «Wurlitzer», «Seeburg», «Rock-Ola» und andere lieferten sich einen Konkurrenzkampf.

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Die erste Jukebox

Erfunden wurde die Jukebox 1889 vom Amerikaner Louis T. Glass. Er stellte in einem Restaurant in San Francisco den ersten Musikautomaten mit Münzeinwurf auf, den so genannten «Nickel-in-the-Slot-Player». Ab 1906 spielte dann der «Automatic Entertainer» gegen Münzeinwurf zwölf verschiedene Schellackplatten ab.

Auch Schweizer Firmen mischten mit ihren Produkten «Music-Boy», «Star-O-Mat», «Symphomatic» oder «Chantal» in diesem lukrativen Geschäft mit. Kleine Tüftler-Werkstätten hätten versucht, die grossen Hersteller zu konkurrenzieren, sagt Museums-Leiter Christoph Hänggi zu SRF.

Von «Wurlitzer» bis «Music-Boy»

Die Sonderausstellung «The Golden Age of the Jukebox» zeigt amerikanische und europäische Musikautomaten. Die Automaten funktionieren noch und dürfen ausprobiert werden. Ausgestellt ist auch der «Music-Boy», die erste Schweizer Jukebox von Mitte der 1950er Jahre.

Die Ausstellung widmet sich auch der Geschichte der Tonträger allgemein.

Sie zeigt die Entwicklung von der Holzwalze im 17. Jahrhundert bis hin zu den digitalen Tonträgern der heutigen Zeit auf. Denn eigentlich sind die modernen Handys ja nichts anderes als eine Jukebox für den Hosensack.