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Aargau Solothurn Vermisster Bub aus Eritrea – Eltern haben Behörden getäuscht

Im Oktober 2014 ist im aargauischen Rombach ein 14-jähriger Teenager mit eritreischen Wurzeln ausgerissen. Die Polizei ging davon aus, dass er bald wieder auftaucht. Lange Zeit geschah nichts. Nun hat sich der Fall zumindest teilweise aufgeklärt.

Der Fall des vermissten eritreischen Teenagers ist auch für die Aargauer Behörden alles andere als alltäglich. So etwas komme wirklich ganz selten vor, heisst es auf Anfrage beim zuständigen Departement.

Rückblick: Im Oktober 2014 reisst der 14-jährige Jugendliche von seinem zu Hause in Rombach aus und kehrt tagelang nicht zurück. Zahlreiche Medien berichten über den Fall. Die Eltern des Teenagers erklären im Regionalfernsehen, es habe Streit gegeben, unter anderem deshalb, weil sich der Knabe ein neues Handy gewünscht habe.

Juristisches Nachspiel

Die Aargauer Polizei zeigt sich zu Beginn nicht sonderlich besorgt. Sie geht davon aus, dass der 14-jährige bald wieder nach Hause zurückkehrt. Es kommt aber anders. Auch Monate später fehlt vom Vermissten weiterhin jede Spur. Die Polizei weitet in der Folge ihre Suche auf die Schweizer Asylzentren aus mit der Begründung, dass sich der Junge möglicherweise dort verstecke.

Nun – zwei Jahre nach dem Verschwinden des eritreischen Teenagers – ist der Fall abgeschlossen. Recherchen des Regionaljournals von Radio SRF zeigen, dass man den Buben gefunden hat. Wann und wo, sagen die Behörden nicht. Klar ist aber, dass es ein juristisches Nachspiel gegeben hat.

Eltern sind gar nicht Eltern

Bei den Ermittlungen der Aargauer Behörden stellte sich nämlich heraus, dass das Ehepaar aus Rombach gar nicht die Eltern des heute 16-Jährigen sind. Das bestätigt das Bezirksgericht Aarau auf Anfrage von Radio SRF. Der Mann steht zwar in einem verwandtschaftlichen Verhältnis zum Jugendlichen, aber eben nicht mehr.

Gelogen haben die beiden, um dem eritreischen Buben eine gute Ausbildung und eine Zukunft in der Schweiz zu ermöglichen. Das Ehepaar war bereits vor einigen Jahren aus Eritrea in die Schweiz geflüchtet und holten später im Rahmen des Familiennachzugs den Jugendlichen als ihren angeblichen Sohn in die Schweiz. Dadurch erhielt er eine Aufenthaltsbewilligung.

Als er aber verschwand, flog der Schwindel auf und unterdessen hat das Bezirksgericht Aarau das Ehepaar rechtskräftig verurteilt wegen Täuschung der Behörden. Der Mann kassierte eine unbedingte Geldstrafe von einigen tausend Franken, die Frau eine bedingte Geldstrafe.

Über den aktuellen Aufenthaltsort des Jungen machen die Behörden keine Angaben.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Willy Gruen (wgruen)
    Ich finde es unerträglich, wie sich Kommentatoren in diesen Spalten zum Richter über dem Recht erheben. Sie kennen anscheinend die Situation besser als die Richter, haben Statistiken 'aus eigener Erfahrung' zur Hand und schämen sich nicht, härteste Urteile gegen unliebsame Menschen auszusprechen, die sie wahrscheinlich nie gesehen haben. Solche Menschen sollten nie tatsächliche politische Macht in unserem Land bekommen, sonst Gnade uns allen.
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Wie blöd sind wir denn! Solche Betrügereien gibts zuhauf, und die Behörden verschliessen sich aller Sinne. Von Einzelfällen kann längst keine Rede mehr sein, aber Hauptsache man kann die eigenen Leute schikanieren, auslaugen und vernachlässigen bis zum Abwinken. "Der Mann kassierte eine unbedingte Geldstrafe von einigen 1000.-, die Frau eine bedingte Geldstrafe." Lächerlich, Geldbussen an jene zu verteilen, die keins haben. Ich hätte sie die Strafe abarbeiten lassen und dann ab in die Heimat.
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  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Das ist doch nichts Neues. Solche Täuschungen lassen sich unsere Behörden seit Jahren aufbinden. Aus Erfahrungen kann ich behaupten, dass es sich beim Kindernachzug mindestens zw. 10-15% nicht um die eigenen leiblichen Kinder handelt. Es ist kein Problem in diesen Herkunftsländern gefälschte Geburtsbescheinigungen für $ 200.- herstellen zu lassen. Um sicher zu sein müsste man eine DNA Kontrolle durchführen, was aus der Sicht des "Menschenrechts" nicht zulässig sei?
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