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Legende: Audio Colette Basler über den Wert der Hausarbeit und eine gute Ausbildung abspielen. Laufzeit 11:12 Minuten.
11:12 min, aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 21.03.2019.
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Welttag der Hauswirtschaft «Haushalten und zu den Kindern schauen, könnte bezahlt werden»

Es sind Arbeiten, für die es kaum Dank gibt und auch Tätigkeiten, welche viele nebenbei erledigen: die Haushaltsarbeiten. Doch am 21. März stehen Putzen und Kochen nun im Zentrum. Es ist der Welttag der Hauswirtschaft. Lanciert hat ihn der Schweizerische Bäurinnen- und Landfrauenverband. Co-Geschäftsführerin Colette Basler erklärt, weshalb dieser nötig ist und weshalb Hausarbeit weiterhin ein Schulfach sein müsse.

Colette Basler

Colette Basler

Co-Geschäftsführerin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbands

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Colette Basler ist nicht nur Co-Geschäftsführerin des SBLV, sie sitzt seit 2017 auch für die SP im Aargauer Kantonsparlament. Daneben präsidiert die Fricktalerin auch die Schulpflege der Gemeinde Zeihen, und führt mit ihrem Mann einen Bauernhof. Früher arbeitete sie als Oberstufenlehrerin und Schulleiterin.

SRF: Putzen und kochen lernen viele bei ihrer Mutter. Weshalb muss es auch in der Schule ein Thema sein?

Colette Basler: Nicht alle wachsen so wie ich auf einem Bauernhof auf, wo man sich gegenseitig hilft. Ich stelle einfach fest, dass sich Jugendliche von dieser Thematik entfernen. Man kann nicht mehr voraussetzen, dass sie haushalten zu Hause lernen. In vielen Familien arbeiten Vater und Mutter, und es ist dann zum Beispiel niemand über den Mittag zu Hause.

Die Jugendlichen könnten sich die Haushaltsarbeiten ja aber auch selbst beibringen, etwa mit der Videoplattform Youtube. Was kann die Schule besser machen?

Es stimmt. Auch meine Kinder stellen ein Tablet in die Küche und schauen, wie man etwas macht. Allerdings kann die Schule viel mehr. In der Schule lernt man etwa, wie man zusammenarbeitet und die Jugendlichen können auch Fragen stellen. Zum Beispiel: Warum wird etwas so gemacht? Und das kann man mit einem Video nicht ersetzen.

Aber viele Leute haben putzen und kochen gelernt ohne Schule. Braucht es den Haushaltsunterricht wirklich?

Hauswirtschaft ist ein wichtiges Thema, und zwar nicht nur in Privathaushalten. Es ist auch ein wichtiger Beruf etwa in Spitälern und Pflegeheimen. Ich denke, diese Arbeit wird unterschätzt und fristet ein Schattendasein. Vielmals ist es halt auch eine unbezahlte Arbeit, gerade zu Hause. Den eigenen Haushalt macht man einfach so nebenbei – und was halt nichts kostet, ist nichts wert.

Wie könnte man die Hausarbeit denn aufwerten?

Es gäbe zum Beispiel die Möglichkeit, dass man diese entlöhnt. Wenn eine Frau sagt, sie will zu Hause bleiben, den Haushalt führen und auf die Kinder aufpassen, dann könnte man die Frau dafür entschädigen. Schliesslich verzichtet sie darauf, auswärts zu arbeiten.

Mario Gutknecht putzt unter der Anleitung von Colette Basler.
Legende: Mario Gutknecht putzt unter der Anleitung von Colette Basler. SRF

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Die Arbeit gar auch fuer die eigenen Kinder ist in der Schweiz laengst tarifiziert. Allerdings immer mehr auf dem Puckel der Sippenhaftung des Mannes oder Zahlvaters und Steuern der zu Fleissigen statt der zu Reichen. Hoechste Zeit, dass auch Wehrpflichtigen marktgerechte Soeldnerloehne ausgeworfen, ebenso Marktloehne statt nur Trinkgeld fuer Zwangsarbeit und gar auch Sklaverei zur Bereicherung von Privaten im Zivilschutz und im Zivildienst....
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  • Kommentar von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
    Also soll so soll jemand dafür bezahlt werden (böse gesagt) seinen eigenen Dreck wegzuräumen? Von wem den bitte? Was hierbei immer unterschlagen wird ist, dass ja auch jemand für die 100% Hausfrau (und ja ich kenne sogar 2 100% Hausmänner) die Miete Krankenkasse Strom Wasser Einkäufe und so weiter bezahlt, diese arbeiten also keineswegs gratis auch wenn das immer wieder gerne impliziert wird.
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    1. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      In einer Gesellschaft, wo der Wert der Arbeit, unabhängig, wie Sie oder ich es sehen, über die Definiton läuft, wer, welchen gesellschaftlichen Mehrwert erzeugt, spielt es eine essentielle Rolle, dass jeder From von Mehrwertschaffung einen entsprechenden ökonomischer Wert zugeordnet wird. Dass ich für mich die Haushaltarbeit als kostbare und befriegende Arbeit in Selbstorganisation sehen kann, spielt in diesem Makroökonomischen Kontext keine Rolle, Herr Fuchs.
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    2. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      @Antigone: Tja als voll arbeitstätig und alleine einen Haushalt mit zwei Kindern führend spielt für mich bezüglich Haushalt nur eine Rolle das gemacht ist was gemacht werden muss… Den Wert ordne ich dann lieber der Zeit zu die mir danach übrigbleibt ;)
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    3. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Darum geht es hier gar nicht, Herr Fuchs. Es ging mir um den Makroökonomischen Aspekt. Ihnen und Ihrem Haushalten mit Kindern, ein anspruchsvolles und auch gutes Unterfangen viel Freude und Gelingen. Ich persönlich finde die Pflege und der Unterhalt dessen was mich umgibt und durchs Leben begleitet, was ja Haushalten ist, der beste Ausgleich überhaupt. Da brauche ich keinen Zenkurs …Doch , wenn Mann, Frau mitten im Leben steht und da viel Gemusst werden muss, ist noch mal was Anderes ....
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Im Gegensatz zu Bernard Friot's Salaire à vie, anerkennt das BGE die Menschen nicht als wirtschafltich, ökonomisch Werteschaffende an. Zur Hausarbeit, die Einkommenslücke, die durch diese unbezahlte wesentliche Arbeit, vorwiegend noch von Frauen geleistet, beträgt zu Ungunsten der Frauen grob 80 Milliarden. Dazu kommen dann noch die Lohnungleichheiten 28 Milliarden. Das macht eine finanzielle Ungleichstellung der Frauen von 108 Milliarden (fürs 2014). Beachtlich, finde ich für 21. JH.
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    1. Antwort von Daniel Bucher (DE)
      meinen sie die 'benachteiligten' frauen, die nur 45% der beiträge in die ahv leisten aber mehr als 55% der leistungen aus der ahv kassieren?
      Sie haben aber recht, sie sollten ihre frau unbedingt besser entlöhnen. ob es ausreicht, wenn sie ihren ganzen lohn abgeben? Vermutlich nicht, denn damit wird frau nicht reicher, es sei denn sie geht alleine in die ferien und lässt sie zu hause gratis arbeiten.....
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    2. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Nein Herr Bucher, es geht explit um die Lohnungleichheiten und um Einkommenslücken. Was da noch nicht darin ist die Benachteiligung durch die PK's. Zudem sollte niemand, die, der Geld verdient alles abgeben müssen ... Ich weiss nicht genau worauf Sie anspielen Herr Bucher. Die niedrigeren AHV-Beiträge kommen unter anderem aus den obgenannten Phänomenen zustande. Zudem die Lohngleichheit ist auf der Verfassungsebene festgehalten, wenn Sie es anders wollen, müssten Sie dort ansetzten.
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