Zum Inhalt springen

Header

Audio
Die Basler Cliquen hoffen, dass die Fasnacht später im Jahr nachgeholt wird.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 29.02.2020.
abspielen. Laufzeit 04:10 Minuten.
Inhalt

Adiee Fasnacht «Eltern haben uns mitgeteilt, dass ihre Kinder zu Hause weinen»

Bei den Basler Cliquen sitzt der Schock tief, dass die Fasnacht 2020 von den Behörden abgesagt wurde.

Es herrscht Katerstimmung in der Stadt Basel. Am Tag nachdem die Fasnacht 2020 abgesagt wurde, ordnen die Obleute der Basler Fasnachtscliquen noch ihre Gedanken und ringen um Worte. «Ich bin noch im Verarbeitungsmodus», sagt Dominic Stöcklin, Obmann der Basler Rolli. «Als ich dieses Amt angenommen hatte, hätte ich mir nie vorstellen könne, dass ich irgendwann einmal meine Clique informieren muss, dass keine Fasnacht stattfindet.»

Ähnlich klingt es bei David Koechlin, Präsident der Basler Mittwoch-Gesellschaft (BMG). «Einerseits spüren wir eine riesige Enttäuschung. Man hat uns etwas aus dem Herz gerissen, das uns wahnsinnig wichtig ist.» Gleichzeitig habe man aber auch Verständnis für die Situation und die Entscheidung der Behörden und des Comités.

Die Jüngsten leiden am meisten

An Schlimmsten trifft die Absage der Fasnacht die Kleinsten. Der Frust beim Nachwuchs sei enorm sagt Lara Niklaus, die bei den Junteressli im Vorstand der Jungen Grade ist. «Eltern haben uns mitgeteilt, dass ihre Kinder zu Hause weinen», sagt Niklaus. Sie wisse von vielen traurigen Einzelschicksalen, von Kindern, die das erste Mal aktiv an einer Fasnacht mitgemacht hätten. Von einer Grossmutter, die sich darauf gefreut habe, erstmals mit ihren Enkeln an die Fasnacht zu gehen.

Doch bei aller Enttäuschung: Die angefragten Cliquen respektieren den Entscheid der Behörden und werden in den nächsten Tagen das Verbot nicht umgehen und nicht aus Trotz auf die Strasse gehen. Muriel Peter, Obfrau der «onYva» sagt: «Wir haben alle unsere offiziellen Aktivitäten abgesagt. Von der Laternen-Vernissage bis zum Bummelsonntag». Bei den anderen Cliquen tönt es ähnlich. Einzig die Nachtessen wurden teilweise nicht abgesagt, beispielsweise bei der BMG. So sollen jene Mitglieder, die sich trotz der Absage treffen wollen, ein Auffangbecken haben.

Fasnacht vielleicht später im Jahr?

Heiss diskutiert wird die Frage, ob man die Fasnacht allenfalls verschieben sollte und sie zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr stattfinden lassen könnte. Für solche Ideen zeigen sich die meisten Cliquen offen. «Es wäre schön, wenn man ein Gefäss finden könnte, um den ganzen Aufwand, der im Vorfeld einer Fasnacht betrieben wird, zu würdigen», sagt Niklaus. Und Stöcklin ergänzt: «Wenn es eine kleine Chance gibt, die Fasnacht 2020 an einem anderen Datum wiederzubeleben, dann sollte man diese Gelegenheit ergreifen.»

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Willi Tschopp  (Willi Tschopp)
    Lieber Herr Meyer,
    ich muss Sie leider enttäuschen, ich bin in einer Gemeinde in der Nähe von Basel aufgewachsen, Fasnacht in der Stadt und auf dem Lande habe ich in meinem langen Leben zur Genüge mitgekommen, mir reichts!
    Und sind wir doch ehrlich, vor allem all die Vorfasnachts-Veranstaltungen sind
    im Vergleich zu früher auf ein bedenklich tiefes Niveau abgesunken.
    Ich habe in den letzten Jahren diverse Veranstaltungen persönlich erlebt und weiss, von was ich spreche!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Max Blatter  (maxblatter)
      Thomas Meyer versus Willi Tschopp: Eins - zwei - drei - vier - fünf - sechs - sieben - acht - neun - zehn: Meyer siegt durch K.o.! Das ist gut so. – Auch ich bin in Münchenstein aufgewachsen, war nie aktiver Fasnächtler, stufe aber zwei der "Schweizerischen Fasnachten" (neben der Basler noch die Luzerner) als wertvolles Kulturgut ein. "Damals" wie heute.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Willi Tschopp  (Willi Tschopp)
    Hört doch auf mit diesem Gejammer, man könnte meinen, eine Welt sei zusammengebrochen, nächstes Jahr ist wieder Fasnacht angesagt und dann könnt Ihr nach Lust und Laune Eurem Hobby frönen, ich kann auf diesen alljährlichen Rummel und diese Geschäftemacherei bestens verzichten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Thomas Meyer  (ThomasMeyer)
      Lieber Herr Tschopp
      wahrscheinlich waren Sie noch nie an einer Basler Fasnacht.
      Das ist gut so.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Max Blatter  (maxblatter)
      Einen Welt ist nicht zusammengebrochen, aber Basel hat in gänzlich unschweizerischer und vor allem unbaslerischer Manier vor einem Virus und einem volksfernen Gesundheitsminister kapituliert.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen