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Legende: Audio Basler Behindertenforum kritisiert die IV-Stelle, diese wehrt sich gegen die Vorwürfe abspielen. Laufzeit 03:53 Minuten.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 10.09.2019.
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Anspruch auf Rente Sind Basler IV-Gutachter zu wenig unabhängig?

Ein Viertel aller psychiatrischen Gutachten stammen in Basel-Stadt aus der Feder von nur gerade zwei Ärzten. Und besonders oft raten diese von einer Rente ab. Nun übt das Basler Behindertenforum Kritik. Die IV hält dagegen.

Bei einem psychiatrischen Gutachten ist besonders wichtig, dass es unabhängig und möglichst objektiv ist. Denn davon hängt viel ab. Besonders im Fall von IV-Gutachten, wenn es darum geht, ob jemandem eine Rente zugesprochen wird oder nicht. Dass in Basel laut Recherchen des «Sonntagsblick» ein Viertel aller IV-Gutachten von denselben zwei Ärzten stammen und diese Gutachten ausserdem strenger ausfallen als sonst, führt zur Befürchtung von Behinderten-Vertretern, zwischen der Invalidenversicherung und den zwei Gutachtern könnte eine zu grosse Nähe bestehen. Georg Mattmüller vom Behinderten-Forum sagt, die Zahlen würden einen bösen Verdacht wecken: «Wenn man ein IV-Gutachter ist, der Gutachten im Sinne der IV erstellt, erhält man mehr Aufträge und verdient ganz gut Geld damit.»

Die IV widerspricht

Rolf Schürmann, Leiter der IV-Stelle Basel-Stadt, weist diesen Vorwurf vehement zurück und sagt, das Verfahren sei so streng geregelt, dass Willkür ausgeschlossen sei. Gleichzeitig könne er nachvollziehen, dass der Eindruck fehlender Unabhängigkeit enstehen könne, wenn einige Ärzte überproportional viele IV-Gutachten verfassen würden. «Darum ist es besser, wenn wir mit Ärztinnen und Ärzten arbeiten, die nebenher noch eine Praxis führen, so dass die Wirtschaftlichkeit nicht ins Feld geführt werden kann.» Die Basler IV-Stelle will nun den Pool an Gutachtern verbreitern und aktiv zusätzliche Psychiaterinnen und Psychiater suchen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Wolfgang Nivard Wolfsgruber  (Nivi)
    Wie schon vielfach von spezialisierten Anwälten zu lesen war, hat die IV ihre Renten Vergabepraxis drastisch erschwert!
    Da werden Begutachter/Innen mit einem gerissenen Konzept, mit Fangfragen zu den IV Renten Ansuchenden geschickt, die dann fast immer zu einer Ablehnung der IV Ansprüche führen.
    Z.B., wenn einer MS Patientin, die kaum noch 100 Meter zu Fuss bewältigen kann, der IV Rentenanspruch zu 100% verweigert wird, lässt das nur noch einen Schluss zu: hier wird aus Prinzip verweigert!
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  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Es werden praktisch keine Neurenten mehr gesprochen. Nach dem Motto: Wer noch selbständig Atmen kann, ist fit genug für den Arbeitsmarkt. Und die Zuweisung per Zufallsprinzip an die Abklärungsstellen ist ein Witz, da diese alle zu Gunsten der IV entscheiden, sonst ist man die lukrativen Mandate los. Dort arbeiten auch nicht die besten Fachärzte, logischerweise, sondern sehr viele Wald- und Wiesenärzte, teils sogar Pensionierte.
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  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Bemerkenswert ist Folgendes: Im Kanton Basel gibt es Schweizweit am meisten Psychiater/Psychologen pro 1'000 Einwohner. Deshalb sind in Basel auch am meisten Menschen psychisch krank. Mehr Ärzte führt zu mehr Krankheitskosten und zu mehr Renten. Das sollte zu denken geben und nicht die abgelehnten Gesuche. Schliesslich sind Basler nicht generell psychisch kränker als andere Schweizer.
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    1. Antwort von E Hitz  (Amigo_Home)
      Tatsächlich hat der Kanton Appenzell mit den tiefsten KK Prämien auch die höchste Suizidrate in der Schweiz aber was nützt eine Auswahl nach dem Zufallsprinzip um Willkür zu vermeiden wenn von der SVA in Basel nur zwei Ärzte zur Auswahl gestellt werden.
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    2. Antwort von Maria Meier  (MMeier)
      "Deshalb sind in Basel auch am meisten Menschen psychisch krank." Belege?
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