Baselbieter Regierung will von der ZAK Geld zurück

Die Zentrale Arbeitsmarktkontrolle ZAK hat letztes Jahr viel zu wenige Schwarzarbeitskontrollen durchgeführt. Jetzt will die Regierung von der ZAK 380'000 Franken zurückverlangen.

Bauarbeiter auf Stahlgerüst. Bild von unten aufgenommen, der Arbeiter ist also hoch oben und man sieht viel vom blauen Himmel, mit kleinen Wölkchen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die ZAK hat nur 39 anstatt mindestens 200 Schwarzarbeitskontrollen durchgeführt. Keystone

Die Zentrale Arbeitsmarktkontrolle hat im vergangenen Jahr viel weniger Schwarzarbeitskontrollen durchgeführt, als abgemacht: 39 statt mindestens 200 respektive 160. Das «Regionaljournal Basel» deckte dies anfangs August auf. In der Folge klärte das kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (Kiga) den Sachverhalt monatelang ab. Auf diese Abklärungen stützt sich jetzt die Baselbieter Regierung und reagiert. Sie will 380'000 Franken zurückverlagen, die sie der ZAK für Schwarzarbeitskontrollen ausbezahlt hatte. Insgesamt bekam die ZAK vom Kanton im Jahr 2014 650'000 Franken für Schwarzarbeitskontrollen.

Kiga-Leiter Thomas Keller sagt, die ZAK habe vor allem viel weniger Betriebe kontrolliert, als abgemacht: «Bezüglich der Betriebskontrollen wurde das Ziel nur zu einem Viertel erreicht und das hat zu diesem Schluss geführt.»

ZAK-Präsident Hans Rudolf Gysin kritisiert Behörden scharf

Am Morgen noch hatte Hans Rudolf Gysin, Präsident der ZAK und ehemaliger Direktor der Baselbieter Wirtschaftskammer, die Medien zu sich gerufen und seine Version der Situation publik gemacht. Gysin weisst die Vorwürfe rund um die Schwarzarbeitskontrollstelle ZAK zurück. Er sieht keine Verfehlungen der ZAK. Auf die Anschuldigungen der Regierung reagiert er scharf. «Wir werden die besten Anwälte einsetzen und lassen und uns das nicht gefallen», sagt Gysin und doppelt sofort nach: «Das ist eines Rechtsstaates unwürdig.»

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)