Basler BVB fuhr 2015 einmal zur Sonne und zurück

Mit verantwortlich für die Zunahme bei gefahrenen Kilometern und transportierten Passagieren sind Strecken jenseits der Landesgrenze. Dazu gehört die verlängerte Tramlinie nach Weil, aber auch die Buslinie mach Grenzach oder der Flughafenbus.

Zwei BVB-Busse. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Erstmals fuhren die Trams und Busse der BVB mehr als 300 Millionen Kilometer in einem Jahr. zVg BVB

Die Zahl der von den Basler Verkehrsbetrieben BVB im letzten Jahr gefahrenen Kilometern stieg um über vier Prozent. Damit knackte die BVB erstmals in ihrer Geschichte die 300 Millionen Grenze. Ebenfalls deutlich - um 2 Millionen - stieg die Zahl der transportierten Passagiere.

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Auslaufmodell U-Abo?

«Mit einem Anteil von 70 Prozent ist das U-Abo eine Institution», sagt BVB-VR-Präsident Paul Blumenthal. «Da sollte man es sich schon gut überlegen, eine Institution als Auslaufmodell zu bezeichnen bevor man eine Alternative hat.»

Massgeblich für diese Steigerung verantwortlich waren die verlängerte Tramlinie 8 nach Weil a.R. sowie der Ausbau des Angebots auf der Buslinie 38 über die Grenze nach Grenzach-Wyhlen, der Buslinie 48 nach Allschwil und der Flughafenbus. Dank der starken Zunahme bei Passagieren und Kilometern stieg auch der Ertrag um über drei Millionen Franken. Der Gewinn sank hingegen leicht. Für BVB-Direktor Erich Lagler ist die Bilanz mit dem verlängerten 8er Tram nach Weil zwiespältig: Einerseits sei die Tramverlängerung eine Erfolgsgeschichte, anderseits aber auch Sorgenkind der BVB. Das Tram belibt in Weil regelmässig im Verkehr stecken, wodurch der Fahrplan nicht eingehalten werden kann. Das verärgert vor allem die Kundschaft am anderen Ende der Linie im Neubad.

Die BVB habe darauf mit einer Brechung der Linie 8 im Kleinbasel reagiert. Das heisst, dass nicht alle Trams bis Weil fahren. «So können wir die Leute im Neubad besser bedienen. Allerdings müssen die Passagiere nach Weil umsteigen.» Geplant seien auch verkehrstechnische Massnahmen in Weil.

Nachholbedarf bei Gleissanierung

Sorgen bereitet dem BVB-Direktor auch das Schienennetz. In der Klybeckstrasse durften unlängst die Trams als Sofortmassnahme vorübergehend nur Schritttempo fahren. Der Gleisunterhalt sei in den 90er Jahren vernachlässigt worden. Anstatt ganze Strecken zu sanieren, habe man nur kurze Abschnitte ersetzt. Schuldzuweisungen will Lagler jedoch keine machen.