Zum Inhalt springen
Inhalt

Basler Verkehrsbetriebe Chefs setzen sich über Bedürfnisse der Chauffeure hinweg

Seit langer Zeit ist die BVB in der Krise. Nun melden sich Chauffeure und zeigen ihre Sicht der Dinge.

Legende: Audio BVB Chauffeure sind unzufrieden mit den Einsatzplänen. abspielen. Laufzeit 04:24 Minuten.
04:24 min, aus Regionaljournal Basel Baselland vom 13.02.2019.

Die Chauffeure bei den BVB sind immer unzufriedener. Das zeigt eine Umfrage beim BVB Personal vom letzten Dezember. Dabei nahm die Unzufriedenheit sogar noch weiter zu. Ein Grund dafür sind die Dienstpläne.

Anselm Jakob kennt das Problem. Er arbeitet seit 30 Jahren bei den BVB. Er liebt seinen Beruf und ist eigentlich gerne beim Verkehrsbetrieb angestellt. Die Veränderung der Dienstpläne bereite ihm allerdings schlaflose Nächte.

Längere Präsenzzeiten

«Die Präsenzzeiten wurden verlängert. Dies führt nun dazu, dass auch unsere Pausen stark verlängert werden mussten. Es kommt vor, dass wir eine fünfstündige Pause haben.» Mit dieser Zeit könne das Personal nichts anfangen, sagt Anselm Jakob. «Kommt dies einmal vor, dann macht dies nichts. Ist dies aber regelmässig der Fall, dann wird man zum Herumsitzen verdammt.»

Chauffeur, ein einsamer Beruf

Anselm Jakob stört aber noch etwas anderes: Während der Arbeitszeit sind die Chauffeure alleine in ihren Tramzügen oder Bussen unterwegs. Dennoch sei es enorm wichtig, dass sie in Gruppen eingeteilt würden und diese Gruppen immer die gleichen Dienste hätten. «Wir müssen früh morgens mit der Arbeit beginnen oft sind wir aber auch bis spät in die Nacht unterwegs.» Solche Arbeitszeiten würden zum Berufsalltag gehören. «Es ist für uns schwieriger, soziale Kontakte zu pflegen»

Da werde es dann enorm wichtig, dass der Einzelne nicht alleine in einem solchen Rhythmus stecke. «Haben mehrere so unregelmässige Arbeitszeiten, dann können wir unsere Freundschaften in diesen Gruppen pflegen.» Dies sei in der Vergangenheit auch immer so gewesen. Chauffeure hätten sich mit ihren Familien getroffen, seien zusammen mit dem Rad unterwegs gewesen oder hätten andere Hobbys geteilt.

Es kommt vor, dass wir fünf Stunden Pause haben.
Autor: Anselm JakobBVB-Chauffeur

Für Anselm Jakob ist es daher unverständlich, dass jetzt diese Gruppen aufgelöst und seiner Ansicht nach willkürlich neu zusammengesetzt wurden «Früher kannten wir uns, wir teilten die Freizeit miteinander und diskutierten viel zusammen, auch über die BVB.» Dies sei mit den neuen Dienstzuteilungen nicht mehr möglich. «Mit uns hat man nicht darüber gesprochen. Da würden wir nie unser Einverständnis geben.»

Klare Erwartungen an die Direktion

Von seinen Chefs erwartet Anselm Jakob nun, dass die alten Gruppen wieder hergestellt werden. «Viel wäre bereits erreicht, wenn wir wieder mit unseren Freunden zusammenarbeiten könnten.»

(SRF 1, Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Bruno Schelker (4435Lord)
    Wenn Änderungen in den unregelmässigen Arbeitszeiten anstehen, sollten MA die noch im Arbeitsprozess sind, mitentscheiden können.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Do Glu (DoGlu)
    Ich frage mich: Was die Gewerkschaft dazu meint? Was arbeitsrechtlich eventuell gemacht werden könnte? Wo die Führungsetage die Ausbildungsmodule in Sachen Sorgfaltspflicht den Angestellten gegenüber genossen haben und dadurch im Personalmanagement auf worklife zu wenig gewichtet wird? Zumal müssen Krankheitsausfälle in unserem Betrieb neu ab dem 1.Tag versicherungtechnisch erfasst werden. Wo führt uns diese Volkswirtschaft hin??
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Vielleicht fürchtet die Direktion ja genau das: Man redet über den Betrieb miteinander! Vielleicht kann man aber auch die Betriebszeiten der Direktion einmal mit denen der Chauffeure koordinieren damit man nach Feierabend zusammen ein Bier trinken gehen kann und dann auch über den Betrieb diskutieren kann? Gäbe vielleicht erhellende Gespräche.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen