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BaZ Verkauf «Ein Verlust für den Medienplatz Basel»

Politiker reagieren unterschiedlich auf den Verkauf der Basler Zeitung an den Zürcher Tamedia Konzern. Hans-Peter Wessels zeigt sich erfreut, Bürgerliche machen sich Sorgen um die Sichtbarkeit von Basel im Inlandteil der BaZ.

Legende: Video Christoph Blocher verkauft Basler Zeitung an Tamedia abspielen. Laufzeit 3:42 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 18.04.2018.

Seit bald acht Jahren ist Markus Somm Chefredaktor der Basler Zeitung. Er hat der Zeitung in dieser Zeit ein neues Profil gegeben - rechts der politischen Mitte. Nun wechselt die Zeitung die Hände, der Zürcher Tamedia-Konzern übernimmt die Basler Zeitung. Tamedia gibt auch den Tagesanzeiger und den Bund heraus.

Der Basler Baudirektor Hans-Peter Wessels, der mehrfach von der Basler Zeitung stark kritisiert wurde, zeigt sich über den Verkauf der Zeitung erfreut: «Das ist eine sehr gute Nachricht, die letzten Jahre hatten wir ein rechtspopulistisches Hetzblatt das unerträglich war. Mit dem Verkauf an Tamedia gibt es die Chance, dass Basel wieder eine Qualitätszeitung bekommt.»

Weniger euphorisch reagiert die Präsidentin der Basler LDP Patricia von Falkenstein. Sie macht sich Sorgen, dass Basler Themen im Inlandteil der Zeitung weniger stattfinden, falls dieser in Zürich in einer Mantelredaktion produziert würde. Bei anderen Medien könne man dies stark beobachten. Zu diesem Aspekt sagt Luca Urgese, Präsident der Basler FDP: «Es ist wichtig, dass die zweitgrösste Wirtschaftsregion des Landes in einem nationalen Teil zur Geltung kommt. Bei einem Mantelteil, der zentral produziert würde, wäre das gefährdet.

Ein Verlust für den Medienstandort Basel
Autor: Joel ThüringGrossrat SVP

SVP-Grossrat Joel Thüring sagt, er habe die BaZ in den letzten Jahren nicht als besonders SVP-nahe wahrgenommen. Unabhängig davon sei der Verkauf nach Zürich aber ein Verlust für den Medienstandort Basel.

Volkswirtschaftsdirektor Christoph Brutschin sorgt sich vor allem um die Arbeitsplätze, die möglicherweise gefährdet sind, falls der Inlands-, Auslands-, und der Wirtschaftsteil von einer solchen Mantelredaktion ausserhalb von Basel hergestellt werden: «Unsere Erwartung der ganzen Regierung ist, dass möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben.»

Zukunft von Arbeitsplätzen unklar

Pietro Supino, Verwaltungsratspräsident der neuen BaZ-Besitzerin Tamedia sagt, das Ziel sei eine ausgewogene Zeitung in Basel, die den Leserinnen und Lesern erlaube, sich eine eigene Meinung zu bilden. Ob dies bedeutet, dass ein Richtungswechsel eingeschlagen wird, lässt Supino offen.

Fakt ist, der derzeitige Chefredaktor Markus Somm behält seinen Posten noch ein halbes Jahr. Danach nimmt er ein Sabattical und wird für die Tamedia als Autor tätig sein. Ob der Verkauf der Basler Zeitung an die Tamedia einen Stellenabbau in Basel nach sich zieht, wurde von den Verantwortlichen nicht beantwortet.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Aufdermauer (Peter Aufdermauer)
    Nun hat Herr Blocher weitere Möglichkeiten die Wähler zu beeinflussen, da ist er bestimmt stolz darauf. Aber ich denke dass die Wähler fähig genug sein werden und nicht auf die halben Wahrheiten aus der Seite der SVP rein fallen werden. Auch die Wahlen von 2019 werden der Parteispitze zeigen, dass sie immer mehr Wähler verlieren und die anderen Parteien werden sie überflügel, und dies ist gut so. Viele denken, alles was gratis ist ist eigentlich nichts Wert.
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  • Kommentar von D. Schmidlin (Querenlife)
    Basel ist eben auch nur ein Teil Zürich's mit grosszügigem Regionalflughafen. Nur wenn Roger Federer einfliegt ist Basel dann Basel. Na gut ein Tag kommt noch dazu, da pfeiffen dann ausnahmsweise mal nicht die Spatzen durch die Gassen.
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