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Neues Buch über lesbische Spitzensportlerinnen
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 19.04.2020.
abspielen. Laufzeit 06:14 Minuten.
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Buch Frauen, die Frauen lieben

Eine neue Publikation erzählt die Geschichte von 28 Frauen aus dem Spitzensport.

Eigentlich hätte das Buch an einer Vernissage dem interessierten Publikum vorgestellt werden und so der Verkauf lanciert werden sollen. Die Vernissage fiel wegen der Corona-Massnahmen ins Wasser. Dennoch wurde das Buch publiziert. Nach ein paar Tagen im Online-Handel war klar, die 2000 gedruckten Exemplare reichen nicht. Eine zweite Auflage ist nötig.

Das Buch richtet sich an alle. Wo es Vorurteile gebe, da seien alle betroffen, sagt Mitherausgeberin und SRF-Sportjournalistin Jeannine Borer: «Es macht wütend, wenn man einfach in eine Schublade abgeschoben wird. Begegnungen werden so verunmöglicht.»

Viele Klischees

Das Bild einer lesbischen Frau sei, dass sie männlich daherkomme, mit Holzfällerhemden und kurzen Haaren. «Lesbische Frauen passen in kein Schema. Sie kommen in High Heels und geschminkt daher. Oder dann sportlich und ohne Schminke.» Alles sei möglich, so Borer.

Das Fehlen von Vorbildern wirke sich in der Sozialisation der Mädchen negativ auf deren Entwicklung aus. «Es wäre viel einfacher für viele, wenn sie wüssten; sie sind nicht allein», umschreibt Jeannine Borer das Problem. «Vorbilder geben Orientierung.»

Sabina Hafner sitzt im Bob, während die Bremserin noch anschiebt.
Legende: Sabina Hafner: Aus Angst vor Verlust von Sponsoren die Liebe zu Frauen während Aktivzeit verheimlicht. SRF

Das Buch beschreibt 28 Lebensgeschichten. Unter anderem jene von Sabina Hafner aus Liestal. In ihrer aktiven Zeit als Bobfahrerin gewann sie Medaillen an Schweizer-, Europa- und Weltmeisterschaften. In ihrem Freundeskreis sei es bekannt gewesen, dass sie lesbisch sei. Dennoch scheute sie sich vor einem Coming-out. «Vermutlich hätte es meinen Sponsoren zwar nichts ausgemacht. Ich fürchtete mich aber vor einem Coming-out, da sie eventuell Kunden verloren hätten.»

Das Buch «Vorbild und Vorurteil» greift ein gesellschaftliches Thema auf, das sich in den letzten Jahren stark verändert hat, glaubt Jeannine Borer. Mit der Publikation erhält die Thematik eine Breite, die sie sich wünscht. Es seien Frauen verschiedenen Alters im Buch porträtiert. Und es seien auch Frauen aus ganz unterschiedlichen Sportarten vertreten. «Wir sind auf einem guten Weg. Und wir sind schon weit gekommen.»

In einer ersten Version des Artikels wurde versäumt, auf Jeannine Borers Tätigkeit bei SRF hinzuweisen.

Roland Schnetz

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Wilfred Scheidegger  (Ville Frayde)
    "Aus Angst vor Verlust von Sponsoren die Liebe zu Frauen während Aktivzeit verheimlicht." - Als wäre LIEBE, Gewalt, Verbrechen, kriminell u.s.w. ! Wir hätten somit genügend Stoff, NEGATIVES endlich zum Pflichtthema zu machen...
  • Kommentar von Ernesto Asher Meng  (Ashi Ernesto)
    Gute Idee. In meiner früheren Verwandtschaft vor der Scheidung, waren einige Familien Mitglieder anders, wie ich es zu sagen Pflege. Schwul oder Lesbisch, darf heute im Beruf und Privat Leben keine Rolle mehr spielen. Es bleibt zu hoffen, dass wir Männer lernen nicht die Beleidigten zu spielen und einfach akzeptieren lernen, dass es einige unter uns gibt die anders sind. Auch in Religiösen Kreisen habe ich sehr negative Erfahrungen gemacht und einige Opfer gesehen.Traurig. Anders zu sein ist ok
  • Kommentar von markus kohler  (nonickname)
    LGBTIQ-Frauen sind zum Pflichtthema geworden. Leider wird unsere Gesellschaft dadurch nicht rücksichtsvoller, denn parallel dazu ist es legitim, ja fast obligatorisch geworden ältere weisse Männer zu bashen. Deswegen ist dieses Buch auch nichts anderes als eine Mystifizierung lesbischer Frauen, sie sind heute die Hohepriesterinnen des Feminismus.
    1. Antwort von Pascal Ringenbach  (stuhlflechter)
      Lieber Herr Kohler, ich meine das die, welche per se weisse Männer Bashen die gleiche Einstellung zu Andersdenkenden haben wie solche die Schwule/Lesben/Trans-Menschen (Liste unvollständig) automatisch bashen. Ich für meinen Teil, wenn ich Stuss lese oder höre geben meinen Senf dazu. da ist mir egal wer den Stuss von sich gegeben hat. Bleiben Sie gesund.