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Lehrstuhl für Homöopathie an der Universität Basel
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 12.12.2019.
abspielen. Laufzeit 06:13 Minuten.
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Forschung an Alternativmedizin Anthroposophen finanzieren Professur an der Universität Basel

Die Kosten belaufen sich auf drei Millionen Franken. Sponsor ist anderem die Edith Maryon Stiftung von Roche-Erbin Oeri.

Vor zehn Jahren stärkte das Schweizer Stimmvolk die Komplementärmedizin an der Urne. Seither wird sie zum Teil von der Grundversicherung der Krankenkassen gedeckt und sie ist Teil der Ausbildung in Medizin und Pharmazie.

An der Universität Basel sei aber lange nichts passiert, sagt Felix Schirmer. Er hat im Basler Gellert-Quartier seine Praxis für allgemeine und innere Medizin und ist spezialisiert auf anthroposophische Medizin. Darum sei er aktiv geworden, zusammen mit anderen Institutionen aus dem Bereich der anthroposophischen Medizin.

Stiftung von Roche-Erbin unter den Sponsoren

Schirmer fand insgesamt neun Förderer aus dem Bereich der anthroposophischen und homöopathischen Medizin. Unter ihnen die Basler Edith Maryon Stiftung, die Stiftung von Roche-Erbin Beatrice Oeri. Auch Unternehmen wie Weleda und Wala gehören zu den Förderern.

Sie finanzieren den Lehrstuhl mit drei Millionen Franken für die nächsten fünf Jahre. Anthroposophische Kreise aus der Region stiften also der durch die Pharma geprägten Universität Basel einen Lehrstuhl - dies nicht in der medizinischen Fakultät, dort wollte man das nicht, sondern in der naturwissenschaftlichen, in der Pharmazie.

Komplementärmedizin ein Reizwort

Christoph Meier, Vorsteher des Departements für Pharmazie sagt: Er begrüsse es, dass Interessengruppen sich finanziell engagieren. Das Schweizer Volk habe seinen Willen ausgedrückt und seither sei tatsächlich nichts passiert. Es sei im Interesse der Wissenschaft, wenn Methoden der Komplementärmedizin wissenschaftlich erforscht würden. Wichtig sei für die Universität und die Naturwissenschaftler, dass es tatsächlich um Forschung gehe und nicht um Glaube.

Für Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler sei Komplementärmedizin wohl ein Reizwort, sagt Martin Spiess, Dekan an der Naturwissenschaftlichen Fakultät. Dies drückt sich auch in zahlreichen Enthaltungen bei der Wahl des Professors aus. Die Fakultät stehe aber nun hinter dem gewählten Professor. Unklar ist, ob und wie die Stiftungsprofessur in fünf Jahren weiter finanziert wird.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Eigenmann  (Andreas Eigenmann)
    Das Wort "Komplementärmedizin" ist irreführend: es gibt nur eine Medizin und dies ist eine wissenschaftliche - alles andere ist Quacksalberei. Auch wenn das Volk in der Abstimmung verlangte, dass solche "Leistungen" von den Krankenkassen vergütet werden. Im Gesetz ist ganz klar definiert welche Anforderungen erfüllt werden müssen. Ein Wirkungsnachweis wurde nie erbracht. Sodann dürfen diese "Aberglaube"-Praktiken von den Krankenkassen gar nicht vergütet werden.
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  • Kommentar von Leo Nauber  (leo999)
    Angenommen, Roche oder Novartis oder.... würden der Uni einen Lehrstuhl für Forschung etc. gegen Krebs oder Alzheimer finanziell unterstützen oder ganz finanzieren. Welcher Lärm, obwohl gerade das echten Nutzen bringen könnte und wahrscheinlich sogar irgendwann würde.
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    1. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Das passiert teils schon. Merck-Serono und Nestle an der EPFL, oder auch UBS Uni Zürich (hier allerdings nicht in Naturwissenschaften), gibt sicher noch andere Bsp.
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  • Kommentar von Andreas Müller  (Hugh Everett)
    Die Homöopathie hat in den letzten 220 Jahre nicht nachweisen können, das auch nur irgend eine ihrer Behauptungen real ist. Die Pubmed Datenbank, die alle medizinischen, biochemischen und biologischen Publikationen erfasst, enthält mehr als 5000 wissenschaftliche Artikel zum Thema Homöopathie und deren Wirksamkeit. Es dominiert der Satz "no Effekt". Warum soll man heute also noch Geld zur Erforschung eines Prinzips aufwenden, dass extrem gut widerlegt ist? Diese Geld könnte man besser nutzen.
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    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Es wurde 100 mal nachgewiesen, dass Formica Rufa C30 (nach Hahnemann: 500g Waldameisen filtriert, 30 mal 1:1000 verdünnt mit Wasser) nun mal einfach nicht gegen Juckreiz wirkt. Man kann noch 1000 weitere Studien darüber machen, es wird trotzdem nicht Wirken. Warum in aller Welt soll man das weiter erforschen und warum soll das an einer Hochschule passieren? Ein wirklicher Nachweis wäre Kindereinfach, die Titelseite des Nature und der Nobelpreis, aber Freunde - genau das passiert eben nicht!
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