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Gewalt, Drogen, Messerstecher Die Basler Jugendarbeit kritisiert unhaltbare Zustände

Die Dreirosen-Anlage habe sich in den letzten Jahren zu einem rechtsfreien Raum entwickelt, Mitarbeitende und Jugendliche würden belästigt.

Es ist ein Hilfeschrei, den die Jugendarbeit Basel absondert. In einem offenen Brief wendet sich die Organisation an die Öffentlichkeit, um auf die massiven Missstände in der Dreirosen-Anlage aufmerksam zu machen. Im Wortlaut steht dort: «Drogenhandel und -konsum finden täglich im Überfluss statt (...), Mitarbeitende wurden angegriffen und bedroht, junge Frauen belästigt (...), wer übernimmt die Verantwortung, wenn es bei der nächsten Messerstecherei zu tödlichen Zwischenfällen kommt?»

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Marc Moresi, Leiter der Freizeithalle Dreirosen, schildert die Zustände vor Ort
04:35 min, aus Regionaljournal Basel Baselland vom 01.11.2019.
abspielen. Laufzeit 04:35 Minuten.

Signiert haben den Brief Christian Platz und Albrecht Schönbucher, Präsident und Geschäftsführer der Jugendarbeit Basel. Schon seit längerer Zeit häuften sich «erschreckende Gewalttaten» und «und bewaffnete Konflikte» rund um die Dreirosen-Anlage, schreiben sie. Die Angebote der Jugendarbeit im Kopf der Dreirosenbrücke seien dadurch direkt tangiert. «Die Situation verschlingt seit Jahren unendliche Personalressourcen», heisst es im Brief. «Ausser der Polizei, die bei Gewalttaten eingreifen muss, hilft uns niemand.»

Grosse Unruhe im Quartier

Die Verursacher dieser Probleme seinen vornehmlich «zugedröhnte» Männer, die mehrheitlich «keinen geregelten Alltag, keine Arbeit und keinen geordneten Aufenthaltsstatus» hätten. Viele von ihnen bräuchten wohl professionelle Hilfe, was die Jugendarbeit allerdings nicht zu leisten im Stande sei. «Inzwischen herrscht im Quartier grosse Unruhe wegen den Problemen in der Anlage.»

Es müsse jetzt sofort etwas geschehen, sagt Marc Moresi, Leiter der Freizeithalle Dreirosen. Er sei es sich zwar als Sozialarbeiter gewohnt, dass es in seinem Arbeitsalltag zu Konflikten kommen könne, aber das erträgliche Mass sei längst überschritten. «Es sind schon Kinder aus lauter Angst zu uns die Halle geflüchtet, weil draussen wieder zwei Typen aufeinander losgingen.»

Mehr Polizeipräsenz gefordert

Die Jugendarbeit fordert deshalb dringliche Massnahmen, welche die Sicherheit auf der Anlage erhöhen und «die Verelendung der verursachenden Gruppen bremsen». Die Dreirosen-Anlage soll zu einer «Respektzone» erklärt - und als solche auch durch die Präsenz von Polizei und Sicherheitskräften verteidigt werden. Dealer und Berauschte sollen nicht geduldet und weggewiesen werden. Andererseits sollen diese Personen Unterstützung erhalten, etwa durch professionelle Streetworker, damit sie einen Ausweg aus ihren prekären Lebenslagen finden könnten.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    ...und in der Zwischenzeit kontrolliert dein Freund und Helfer den "ruhenden Verkehr" an der Gundeldingerstrasse...
  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Wo sind denn jetzt die Politiker, welche erst zu sehen sind, wenn das Fernsehen auftaucht. Hier muss schnell gehandelt werden. Mann könnte die Arbeitsfähigen Personen für Einsätze in den Berggebieten unter Aufsicht abkommandieren. Es könnte ja sein, dass der eine oder andere etwas mit auf seinem Lebensweg nimmt. Auf jeden fall besser als Sinnlos das Leben zu vergeuden und der Allgemeinheit auf der Haube hocken.
  • Kommentar von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
    Bin selber Jugendarbeiterin. Herr Moresi, wie wär's mit einem Kamm? Jugendarbeitende haben auch Vorbildfunktion.