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Jemand füllt eine Steuererklärung aus.
Legende: Das Ausfüllen der Steuererklärung könnte leichter werden. Keystone
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Basel Baselland Grosser Rat will freiwilligen Steuer-Direktabzug ermöglichen

Steuerpflichtige in Basel-Stadt sollen künftig einen Betrag für die Steuern direkt vom Lohn abziehen lassen können. Eine Lösung, die mit der Quellensteuer für ausländische Arbeitnehmern vergleichbar ist. Der Grosse Rat hat den Vorstoss der SP mit 50 gegen 40 Stimmen an die Regierung überwiesen.

Die jährliche Steuerrechnung sei einer der Hauptgefahren, in eine Steuerfalle zu rutschen, begründete der SP-Grossrat Ruedi Rechsteiner seine Motion. Im Stadtkanton waren 2012 gut 18'000 Steuer-Betreibungen offen, mit einer Summe von 81 Millionen Franken. Daraus folgert Rechsteiner: «Ich finde dieses System völlig krank.»

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Basel will direkten Steuerabzug ermöglichen (10.6.15)
03:47 min
abspielen. Laufzeit 03:47 Minuten.

Eine Ursache für die vielen Probleme beim Bezahlen der Steuern ist für Rechsteiner der lange Zeitraum zwischen Lohnauszahlung und Steuerforderung von bis zu zwei Jahren. Schulden verursachten viel Leid und allseits hohen Aufwand; ein freiwilliger Direktabzug könne teils abhelfen.

Der Arbeitgeber würde die Steuern seinen Angestellten also direkt vom Lohn abziehen. Auch Organisationen, die Menschen bei der Bewältigung von Problemen mit Schulden beraten, unterstützen die Entscheidung des Grossen Rats.

Grosser Aufwand für Unternehmen

Die bürgerlichen Parteien waren aus Prinzip dagegen; ihnen reicht die bestehende Möglichkeit, selber Daueraufträge für Zahlungen an die Steuerverwaltung einzurichten. Freiwillig sei die Idee nur für Angestellte; die Firmen müssten das dann vollziehen. Dies bringe wiederum viel administrativen Aufwand für die Unternehmen, argumentierten die Bürgerlichen. «Steuern eintreiben ist Staatssache; das ist Staatshoheit», sagte der Grünliberale Grossrat David Wüest-Rudin.

Die politischen Mitteparteien entschieden schlussendlich die Abstimmung. Aus der CVP/EVP-Fraktion kamen mehr Ja- als Nein-Stimmen, und auch eine GLP-Stimme war für die Motion. Auch die Regierung unterstützt den Vorschlag: Das Problem sei real und der Ansatz sinnvoll, aber nicht ganz einfach umzusetzen, sagte Finanzdirektorin Eva Herzog.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli , Reinach
    Ich kann nicht begreifen, dass es Parteien gibt, welche gegen die Einführung der Quellensteuer sind. So kommt der Staat zu seinem Geld und die Betroffenen haben eine Sorge weniger, wie sie die Steuern bezahlen sollen. Es geht nicht an, dass gewissen Personen sich vor der Verantwortung Steuern zu entrichten drücken. Sie wollen ja sonst auch alles vom Staat.
  • Kommentar von Anita Gast , Zürich
    NEIN! Damit würde der Staat die administrative Arbeit inkl. Abrechnungen und Inkasso auf den Arbeitgeber verlagern. Womit beschäftigen wir dann die Verwaltungsangestellten des Staates, die sich auf "wunderbare Art und Weise" vermehren - monatlich um 500 schweizweit!
    1. Antwort von Nico Basler , Basel
      Auch wenn sie immer wieder den gleichen Propaganda-Stuss wiederholen, wird er nicht wahrer.
  • Kommentar von Nico Basler , Basel
    Diese sogenannten Bürgerlichen tun alles um den Staat zu schwächen und schreien dann lauthals nach staatlichen Hilfen und Investitionen wenn es an die eigene Brieftasche geht. Beispiel: TCS-Haller und Gundelitunnel für seine Autoclub-Mitglieder in BL. Manchmal habe ich das Gefühl gewisse Grossräte würden sich lieber als Landräte bewerben es wäre ehrlicher.