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Legende: Audio Sekundarschüler können in Basel all Halbjahr fliegen abspielen. Laufzeit 03:53 Minuten.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 08.08.2019.
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Halbjahres-Zeugnisse Basel-Stadt zieht die Schraube an in der Sekundarschule

Neu gilt es all Halbjahr statt nur jedes Jahr ernst: Wer nicht befördert wird, muss dann sofort in ein tieferes Niveau wechseln.

Kurz vor dem Schulanfang bekamen Eltern von Sekundarschülerinnen und Sekundarschülern vom Amt für Volksschulen einen Brief. Darin heisst es: «Mit jedem Zeugnis ist ein Wechsel in einen Leistungszug mit höheren oder tieferen Anforderungen möglich.» Im Klartext heisst das: Statt einmal im Jahr gibt es neu jedes Halbjahr ein Zeugnis in der Sekundarschule, das voll zählt. Wer dort zu viele ungenügende Noten hat, respektive diese nicht kompensieren kann, der muss sofort in ein tieferes Niveau wechseln.

Katja Christ, Bildungspolitikerin der Grünliberalen, kritisierte diesen Entscheid auf Twitter.

Kritik an neuem Regime in der Basler Sekundarschule

Dieter Baur, Leiter Volksschulen Basel-Stadt, verteidigt den Entscheid: Es gehe darum, dass Schülerinnen und Schüler möglichst rasch in jenem Niveau eingeteilt werden, das ihnen entspreche. «Ich bin überzeugt davon, dass der Druck kleiner wird, wenn ein Jugendlicher im richtigen Leistungszug ist, als wenn er in einem zu hohen Leistungszug und permanent ungenügend ist.» Natürlich steige damit der Leistungsdruck, das sei aber durchaus gewollt.

Baselland will den Notendruck nicht erhöhen

Einen ganz anderen Weg geht der Nachbarkanton Baselland. Dort gibt es jedes halbe Jahr ein Standortgespräch, aber weiterhin nur einmal jährlich ein Zeugnis, das zählt. Diese Lösung habe man vor drei Jahren bewusst gewählt, um Ruhe in die Schulen zu bringen, sagt Beat Lüthy, Leiter des Amts für Volksschulen Baselland. «Wir wollten nicht jedes Halbjahr denNotendruck, sondern nur einmal im Jahr, so dass man die Leistung über ein ganzes Jahr verteilt beurteilen kann.»

Damit habe man gute Erfahrungen gemacht. Allerdings habe man im Baselbiet auch nicht so viele Schülerinnen und Schüler, die ins Gymnasium gehen. Den Druck, diese Gym-Quote zu senken, gebe es im Baselbiet deshalb nicht. Im Baselbiet sehe das Amt für Volksschulen deshalb keinen Grund, die Schraube so stark anzuziehen, wie das Basel-Stadt jetzt macht.

(Regionaljournal Basel, 6:32 Uhr und 17:30 Uhr)

Legende: Video Basel-Stadt zieht die Schraube an in der Sekundarschule abspielen. Laufzeit 03:01 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 09.08.2019.
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11 Kommentare

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  • Kommentar von Eva Wiesendanger  (Pfrauwisi)
    Bei dieser neuen Regelung muss aber auch bemerkt werden, dass es sicher auch Schüler/innen gibt, welche vielleicht zu niedrig eingestuft worden sind. Diese haben dann schon nach einem halben Jahr die Möglichkeit, in das höhere Niveau aufzusteigen und dort weiter zu lernen.
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  • Kommentar von Andreas Müller  (Hugh Everett)
    Alte Binsenweisheit: Wer von seinen Leuten (Schülern, Soldaten, Belegschaft usw.) das Unmögliche fordert erhält eine gute Leistung. wer viel fordert, eine mittelmässige Leistung und wer das mögliche fordert erhält gar nichts. Basel ist auf dem Weg zum 0 Resultat.

    Man sieht die Auswirkungen dieser Denkart schon seit 25 Jahren an den Unis. Wir mussten an der Uni Bern den Notenschnitt künstlich drücken, damit nicht ganze Jahrgänge(!) an den Vordiplomprüfungen ausgefallen sind.
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  • Kommentar von Jérôme Perret  (JPerret)
    Dieter Baur, Leiter Volksschulen Basel-Stadt "Natürlich steige damit der Leistungsdruck, das sei aber durchaus gewollt." Dabei wissen wir, auch Herr Baur, dass für viele Schüler*innen der Leistungsdruck jetzt schon zu hoch ist.
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    1. Antwort von Alfred Brühlmann  (Derfla)
      Der Leistungsdruck wird nicht unbedingt in der Schule produziert, sondern vor allem durch falsches Engagement und ehrgeizige Erwartungen der Eltern an ihre Kinder. Ver- und Zutrauen in die Kinder und Lehrpersonen ist wünschenswert.
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    2. Antwort von martin blättler  (bruggegumper)
      Richtig erkannt,deshalb sollen ja auch nur diejenigen
      ins Gymnasium,die diesem Leistungsdruck gewachsen
      sind und später auch einen Uniabschluss erreichen können.
      Der Druck kommt aus dem Elternhaus.Wie eine Proleten-
      karre sind Kinder ein Statussymbol.
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    3. Antwort von Simon Reber  (kokolorix)
      Die Erklärung mit den Eltern greift zu kurz. Klar gibt es Eltern die ihre Kinder als Statussymbol missbrauchen, aber das ist eine verschwindend kleine Minderheit. Viel wesentlicher für den Druck ist, dass man das Gefühl hat jedes Jahr einen Strich zu ziehen und alle Kinder nach identischen Kriterien für ihre Zukunft zu beurteilen. Das widerspricht diametral der realen Entwicklung von Kindern. Ich verstehe einfach nicht, wie man etwas so offensichtlich Dummes so hartnäckig aufrecht erhält
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