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Klimawandel Im Baselbiet steht der Kampf ums Wasser noch bevor

Die beiden Regenwasserbecken des Gemüsebetriebs von Andreas Eschbach in Füllinsdorf fassen knapp 10'000 Kubikmeter. Das ist rund anderthalbmal soviel, wie der Betrieb für die Bewässerung braucht. Das Regenwasser wird auf den Gewächshausdächern gesammelt, was Kosten spart, das Trinkwassernetz und die Gewässer schont.
Denn wegen des Klimawandels steigen jedoch die Temperaturen und mit ihnen der Bewässerungsbedarf - gleichzeitig sinken im Baselbiet die Bachpegel. Und würde dieselbe Menge Wasser, die Eschbach auf seinen Gewächshausdächern sammelt, auf natürlichen Boden regnen, dann würde wegen Verdunstung und Versickerung nur ein kleiner Teil bis in die Ergolz gelangen, sagte Adrian Auckenthaler vom Baselbieter Amt für Umwelt und Energie.

Am Anfang stand eine Absage

Dass Andreas Eschbach überhaupt Regenwasser sammelt, hat mit einer Absage seiner Gemeinde zu tun. Als grösserer Wasserbezüger bat er die Gemeinde um einen Rabatt: «Das wurde aber abgelehnt, weshalb ich selber begonnen habe, Regenwasser zu sammeln und nutzen.»

Eschbach plant eine weitere grössere Investition, die dem Klimaschutz zugute käme: Der Einbau einer Wärmepumpe, mit der er die Gewächshäuser aus dem Wassersammelbecken beheizen könnte. Damit würde der Bedarf an Heizöl noch kleiner. Allerdings lässt die Situation auf dem Gemüsemarkt eine solche Investition derzeit nicht zu: Eschbach fehlen dazu 400'000 Franken.

Für den Kanton sind Eigeninitiativen wie diejenigen von Andreas Eschbach wichtig. Allgemein erwartet er vor allem von den Landwirten, dass sie sparsam mit dem Wasser umgehen.

Massnahmen auch bei den Fischen

Der Wassermangel in den Fliessgewässern macht auch den Fischen im Baselbiet zu schaffen. Hier hat beim Kanton inzwischen ein Umdenken stattgefunden. In Zukunft werde man darauf verzichten, in den Fliessgewässern neue Fischpopulationen anzusiedeln. So würden die ansässigen Fische weniger gefährdet und gestresst, sagt der Baselbieter Fischerei-Aufseher Daniel Zopfi.

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