Abstimmungen Kaserne Basel: Ende der Diskussionen oder Zurück auf Feld Eins?

Über das Sanierungsprojekt für knapp 45 Millionen Franken entscheidet die Stimmbevölkerung am 12. Februar. Den Gegnern ist der Umbau zu teuer und das Nutzungskonzept zu vage. Die Befürworter befürchten bei einem Nein einen Scherbenhaufen.

Für das Projekt sind 44,6 Millionen Franken budgetiert. Rund 30 Millionen kostet die notwendige Sanierung des vernachlässigten Baus, der auch Erdbeben sicher gemacht werden muss. Rund drei Millionen sind eingesetzt, um die beiden Grossveranstaltungen Tattoo und Herbstmesse während der Bauzeit zu sichern.

Kernstück des Umbaus ist eine mehrstöckige Eingangshalle, von der aus auch der Zugang zum Rhein möglich ist. Das Nutzungskonzept sieht ein «Haus für alle» vor, ein Quartier- und Kulturzentrum mit Gastronomie.

Der Basler Grossrat stimmte dem Projekt im September 2016 mit 58 gegen 33 zu. Gegen diesen Beschluss ergriff ein Komitee mit FDP, LDP, SVP und BDP das Referendum.

Als Vertreter des Referendum-Komitees diskutierte im «Regionaljournal Basel» von Radio SRF FDP-Präsident Luca Urgese. Seine Hauptargumente:

  • Das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt nicht.
  • Das Nutzungskonzept ist zu wenig klar und verunsichert aktuelle und künftige Nutzer.
  • Umbau und Nutzung überliesse man besser im Baurecht einem gemeinnützigen Privaten.
  • Der Kanton macht nur die notwendige Sanierung und spart zweistelligen Millionenbetrag.
  • Der Durchgang zum Rhein entspricht nicht der einst geforderten «grosszügigen Öffnung».

Für das Projekt wirbt der Präsident des Vereins «Pro Kasernenareal» Philipp Cueni:

  • Nach Jahrzehnten der Diskussion muss etwas geschehen.
  • 7 Millionen für den eigentlichen Umbau sind nicht viel verglichen mit anderen Projekten.
  • Kosten und Auflagen sind für einen privaten Investor/Betreiber zu hoch.
  • Das Nutzungskonzept ist konkret, mehr Präzisierung wäre eine Einschränkung.
  • Eine grössere Öffnung zum Rhein würde die Fassade zerstören.