Krach um Weihnachtsbäume

Viele Bauern, die Weihnachtsbäume pflanzen haben sich mit einem der grossten Weihnachtsbaum-Verkäufer, dem Detailhändler Landi verkracht. Der Bauernladen verkaufe ausländische Nordmannstannen zu Tiefstpreisen und mache damit die Preise kaputt.

Ein Weihnachtbaum wird «abgetütet» Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Geschäft mit den Weihnachtsbäumen sorgt für dicke Luft. Keystone

19 Franken 90. So billig verkauft der Detailhändler Landi eine Nordmannstanne aus dem Ausland. «Die Landi dreht an der Preisspirale nach unten und zieht damit alle anderen nach», kritisiert Paul Wälchli. Er ist Bauer und produziert selbst Weihnachtsbäume.

Ausgerechnet die Landi mache den Preis kaputt. Hinter diesem Detailhändler steht nämlich die Fenaco. Eine Genossenschaft der Bauern mit dem Hauptziel, den Bauern zu helfen. «Die Fenaco unterstützt (...) die Landwirte bei der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Unternehmen», heisst es dazu in ihrem Leitbild.

Bauern boykottieren Landi-Läden

Das sei zwar richtig, aber man könne den Markt nicht verändern, sagt Simon Gfeller, Leiter Marketing bei der Landi: «Wenn der Konsument einen Baum für 20 Franken nachfragt, müssen wir dieses Kundenbedürfnis abdecken.» Die Landi verkauft pro Jahr über 100'000 Weihnachtsbäume. Den exakten Anteil ausländischer und einheimischer Weihnachtsbäume sei schwer zu beziffern, sagt Simon Gfeller, da die Läden teilweise einheimische Bäume direkt bei Bauern beziehen würden.

Allerdings liefern die Bauern, die in der Interessengemeinschaft Suisse-Christbaum organisiert sind, der Landi schon seit einiger Zeit keine Weihnachtsbäume mehr. Aus Protest gegen die Preispolitik der Landi haben sie beschlossen, die Läden der Landi zu boykottieren.