Kunst-Spaziergang durch das Kleinbasel

Mit dem «parcours» wollen die Leiter der Art Basel eine Verbindung zur Stadt Basel herstellen. Die Kunst soll aus den Messehallen in die Stadt hinein geholt werden. So soll eine neue Auseinandersetzung mit der Kunst möglich werden.

Eine Wachsfigur auf einem Stuhl unter einer Infrarotlampe. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Je näher der Betrachter kommt, desto stärker leuchtet die Infrarotlampe und umso schneller schmilzt die Wachsfigur. SRF

Der «parcours» soll einerseits den internationalen Besuchern ermöglichen, die Stadt kennenzulernen und andererseits den Bewohnerinnen und Bewohnern von Basel einen neuen Blick auf das Altbekannte aufzeigen.

Dieses Jahr findet der parcours im Kleinbasler Klingental statt. Die Ausgabe 2013 zeigt 17 Werke von internationalen Künstlern. Wie jedes Jahr geht es dabei um Vergangenheit und Gegenwart von Basel.

So werden auch verschiedene (historische) Orte einbezogen, etwa die militärische Vergangenheit der Kaserne. Tom Burr thematisiert sie, indem er in seinem Werk Gegenstände, die man aus der Pferdehaltung kennt, auf dem Betonboden verteilt.

Der Besucher hat es in der Hand

Ein anderes Werk, das im Konzertsaal des Parterre gezeigt wird, besticht durch seine Vergänglichkeit. In dem komplett verdunkelten Raum befindet sich eine weisse Wachsfigur. Sie sitzt auf einem Stuhl, schaut zur Decke hoch und hält schützend die Hände vors Gesicht. Weshalb die Figur sich schützt, wird dem Betrachter erst klar, wenn er näher tritt. Denn je näher der Besucher kommt, umso stärker leuchtet eine Infrarot-Lampe auf die Wachsfigur herab – und umso stärker schmelzen deren Gesicht und Hände.

Der Besucher hat es also selbst in der Hand, wie nahe er kommen will und wie sehr er der Figur zusetzen will. Diese besondere Form der Interaktion wird nicht zufällig im Parterre gezeigt; In jenem Konzertsaal, der wegen seiner Kleinräumigkeit dafür bekannt ist, dass zwischen Künstler und Publikum Intimität und Interaktion entsteht.