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Legende: Video Schon im Sommer 2018 beschwerten sich mehrere Insassen und forderten Massnahmen gegen die Hitze abspielen. Laufzeit 02:52 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 21.08.2019.
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Massnahme gegen Hitze Gefängnis Waaghof wird für 5.5 Millionen Franken saniert

Bei Hitzewellen werde seine Zelle zur «Sauna», reklamiert ein Insasse. Nun erhält das Basler Untersuchungsgefängnis eine neue Belüftungsanlage.

«00.45 Uhr – An Schlaf ist nicht zu denken, die Zelle ist immer noch total überhitzt, geschätzte 40° (...) Ich bin nass wie in einer Sauna (...) Diese unmenschlichen Missstände erfüllen den Tatbestand der Folter.» Dies schreibt ein Insasse des Waaghofs Ende Juni an die Gefängnisleitung und bittet um Abhilfe. Den Brief schickt er auch an «Schweiz aktuell».

An Schlaf ist nicht zu denken, die Zelle ist immer noch total überhitzt, geschätzte 40° (...) Ich bin nass wie in einer Sauna.
Autor: Insasse im Waaghof

Lukas Huber, Leiter Justizvollzug des Kantons Basel-Stadt, ist sich dem Thema bewusst. «Das Problem sind weniger die Maximaltemperaturen, sondern dass durch die geringe Luftzirkulation die Temperatur in den Nächten praktisch nicht mehr zurückgeht, und gleichzeitig durch die Luftfeuchtigkeit auch stickige Luft entsteht, die als sehr unangenehm empfunden wird.»

Verschiedene Dinge bereits versucht

Schon im Sommer 2018 beschwerten sich mehrere Insassen und forderten Massnahmen gegen die Hitze. Die Gefängnisleitung hat solche auch versprochen und diverse Dinge versucht. So wurden etwa Belüftungsschlitze in Zellen-Türen eingebaut und die Lüftungsanlage stärker eingestellt.

Legende: Video Lukas Huber, Leiter Justizvollzug: «Wegen geringer Luftzirkulation sinken Temperaturen in der Nacht nicht» abspielen. Laufzeit 00:20 Minuten.
Aus News-Clip vom 21.08.2019.

«Das hat minimal etwas gebracht, aber nicht den gewünschten Effekt», sagt Lukas Huber. Und vor allem: «Diese Massnahme hat auch negative Auswirkungen gehabt, es ist nämlich sehr lärmig geworden, weil die Maschinen auf Hochtouren gelaufen sind.»

Sanierung ab 2020

Darum habe man nun entschieden, den Waaghof zu sanieren. Für 5.5 Millionen Franken soll es eine neue Belüftungsanlage geben, samt neuen Schächten und Leitungen, erklärt Lukas Huber. Das sei ein grösseres Projekt: «Wenn die Zustimmung der Regierungsrates vorliegt, werden wir im nächsten Jahr mit diesen Arbeiten beginnen.» Huber hofft, die Anlage in zwei Jahren in Betrieb nehmen zu können.

03.30 Uhr – Mit tropfendem Kopf und schweissnassem Körper liege ich auf dem stinkenden Leintuch. (...) Ich beantrage daher als Sofortmassnahme Ventilatoren an die Insassen abzugeben.
Autor: Insasse im Waaghof

Der Insasse, der sich beschwert hat, wünscht sich allerdings deutlich schneller Abhilfe, wie er im Brief schreibt: «03.30 Uhr – Mit tropfendem Kopf und schweissnassem Körper liege ich auf dem stinkenden Leintuch. In der Zelle herrscht nach wie vor Glutofen-Hitze. (...) Ich beantrage daher – analog letztes Jahr – als Sofortmassnahme Ventilatoren an die Insassen abzugeben.»

Gesuch nach Ventilatoren abgelehnt

Dieser Wunsch wird aber nicht erfüllt. Denn Ventilatoren würden aus sicherheitstechnischen Gründen nicht verteilt, sagt Lukas Huber: «Diese haben einen Motor, und damit kann man etwa verschiedene Werkzeuge bauen – also Sachen, die nicht erwünscht sind in Untersuchungshaft.»

Legende: Video Lukas Huber: «Aus mobilen Ventilatoren könnte man Werkzeuge bauen» abspielen. Laufzeit 00:10 Minuten.
Aus News-Clip vom 21.08.2019.

Die Insassen im Waaghof können darum nur hoffen, dass es – bis die neue Anlage in Betrieb ist – keine Hitzewellen mehr gibt.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Petermann  (Rhf)
    Und wenn eine alleinstehende ältere bettlägerige Person bei dieser Hitze um Mitternacht nass im Bett liegt, interessiert das - entschuldigen Sie den Ausdruck - keine Sau! (Am nächsten Morgen kommt ja die Spitex.)
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  • Kommentar von Oskar Schneider  (Oski2)
    Schon 24 Ablehnen, das sind wohl die die im Knast sitzen und jetzt schön viel Zeit haben am Internet zu Surfen und Abzulehnen. Hmmmmm Frage mich schon ob ich nicht einmal etwas in Basel Anstellen sollte um in die "Ferien mit Gitter" zu gehen. Kai Stau, kai Ärger, kai Chrampf, schön Ausschlafen........ verlockend. :) :) Nur ein Problem, müsste jemandem Schaden zufügen, das liegt mir nicht. ooops schon 49 :)
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  • Kommentar von Urs Petermann  (Rhf)
    Bei den vergangenen Hitzetagen konnte ich nachts auch nicht so gut schlafen und lag um Mitternacht nass im Bett! Wenn die Insassen des Waaghofs keine Delikte verübt hätten, könnten sie auch zuhause nass im Bett liegen. Aber in Basel muss man auch diesen Delinquenten-Wünschen sofort nachkommen! Und im Winter kriegt dann jeder noch einen Heizkörper in die Zelle, damit er um Mitternacht nicht friert...
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