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Verurteilungen im Menschenhandel-Prozess im Basler Rotlichtmilieu.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 10.03.2020.
abspielen. Laufzeit 04:40 Minuten.
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Mehrere Jahre Gefängnis Zwei Menschenhändlerinnen in Basel verurteilt

Sie haben jahrelang Frauen aus Thailand in einem Bordell im Kleinbasel ausgebeutet.

Bei den beiden Verurteilten handelt es sich um die ehemalige Betreiberin des Bordells «Thai Harem» an der Ochsengasse im Basler Rotlichtmilieu sowie ihre Stellvertreterin, die vor allem als Vermittlerin tätig war.

Die beiden haben sich des Menschenhandels und der Förderung von Prostitution schuldig gemacht. Während die ehemalige Besitzerin für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis muss, wurde ihre Stellvertreterin zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, davon sind zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt. Zudem müssen die beiden ihren Opfern über 10'000 Franken Genugtuung bezahlen.

Wichtige Zeugenaussagen

Zustande kam der Prozess unter anderem aufgrund von Zeugenaussagen von betroffenen Frauen. Das Gericht erachtete diese als glaubwürdig. Bei Fällen in diesem Milieu kommt es selten zu einem Prozess in diesem Ausmass. Geholfen hat sicherlich, dass die Opfer in diesem Fall im Gegenzug zu einer Aussage eine Aufenthaltsbewilligung erhielten.

Den Frauen sei zwar bewusst gewesen, dass sie in Basel als Prostituierte arbeiten sollen, jedoch unter welch ausbeuterischen Bedingungen war ihnen nicht klar, sagte der Gerichtspräsident in der heutigen Urteilsverkündung.

Zwang und Ausbeutung

Die Bordellbesitzerin hat die Frauen aus Thailand dazu gezwungen, jeden Tag von acht Uhr morgens bis zwei Uhr nachts zu arbeiten, auch wenn sie Schmerzen oder ihre Monatsblutung hatten. Zudem mussten sie sämtliche Wünsche der Freier erfüllen. Weiter konnten die Opfer ihre Einnahmen während der ersten Monate oder gar Jahre nicht behalten. Die Hälfte davon musste sie jeweils der Bordellbesitzerin abgeben. Den Rest mussten sie zur Tilgung ihrer Schulden aufwenden - Schulden in Höhe von mehreren 10'000 Franken für die Vermittlung in die Schweiz.

Die Stellvertreterin habe vor allem damit Geld verdient, die Frauen aus Thailand an die Besitzerin zu vermitteln. Laut dem Gericht gab es keine Hinweise darauf, dass die beiden Täterinnen Teil einer kriminellen Organisation sind, sie sollen selbstständig gehandelt haben.

Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr; widn

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Margrit Berger  (mberger)
    Sind die Bordellbesitzerinnen selbst ursprünglich aus Thailand und wurden sie wie so viele andere gezielt hergeholt durch Thailandbesucher? Auch wäre interessant zu wissen, ob sie selbständig handelten oder als Strohfrauen das "Geschäft" führten.
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    1. Antwort von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
      Ist es so unmöglich das auch Frauen eine Straftat dieser Art begehen? Leider kommt es ziemlich oft vor das auch Frauen in diesem Geschäft gewaltätig handeln.
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    2. Antwort von Margrit Berger  (mberger)
      @Roger Ebischer - Nein, unmöglich ist es natürlich nicht! Nichtdestotrotz sind es meist Männer, welche Frauen sexuell ausbeuten. Auch ist es offenkundig, dass eine erhebliche Anzahl Männer in Entwicklungsländer reist, um in Armut lebende Frauen, Mädchen, Knaben und Transsexuelle als willfährige Sexobjekte zu "nutzen", oder/und sie nach Europa holen.
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  • Kommentar von Marc Berger  (mberg)
    Mich würde interessieren, was für Gefühle dies bei den tausenden von Kunden dieses Lokals auslöst.

    Die Dunkelziffer von Frauen welche in Bordellen ausgebeutet werden ist riesig! Doch dies hört man in der grenzenlosen Spassgesellschaft nicht gerne!
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  • Kommentar von markus kohler  (nonickname)
    Wo bleiben denn all die Wutfeministinnen, die bei einem Mann nun lebenslange Strafen fordern würden. Das zeigt nur was wirklich hinter der Frauenbewegung steckt, nicht etwa ein wirklicher Kampf für tatsächliche Opfer., sondern bloss pathologischer Hass auf Männer.
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    1. Antwort von Margrit Berger  (mberger)
      @Markus Kohler - Sicher sollen die beiden Frauen ebenso bestraft werden wie Männer. Wir kennen aber leider weder den Prozessverlauf noch die Hintergründe dazu. Sie scheinen in Ihrem Beitrag etwas zu verwechseln. Im obigen Artikel handelt es sich um ein Bordell, in welchem Frauen von Männern sexuell ausgebeutet werden. Umso schlimmer, dass die 2 Frauen die sklaverische Ausbeutung mit betreiben. Zur Klarstellung, ich bin in keiner Bewegung, sondern bemühe mich lediglich um eine klare Sichtweise.
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