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Nach Diesel-Skandal Basler Lufthygieneamt nimmt Abgaswerte genauer unter die Lupe

Messstellen bei der Wettstein- und Johanniterbrücke sollen zeigen, ob die Angaben der Autohersteller stimmen.

Auto und Messanlage
Legende: Die Messung soll die Abgaswerte im Fahrbetrieb ermitteln. SRF Hansruedi Schär

Die Messtationen sehen aus wie Radarmessgeräte der Polizei. Gemessen wird aber nicht die Geschwindigkeit, sondern wieviel Schadstoffe die vorbeifahrenden Fahrzeuge ausstossen. Eigentlich sollten die Behörden Bescheid wissen über diese Werte. Doch seit dem Abgasskandal trauen sie den offiziellen Angaben der Hersteller nicht mehr.

«Man hat gemerkt, dass die Hersteller viel positivere Zahlen angegeben haben, als effektiv aus dem Auspuff kommt», sagt Markus Camenzind vom Lufthygieneamt beider Basel, das die Messungen bei der Johanniter- und der Wettsteinbrücke durchführt.

Unterschiedliche Zahlen und Messwerte

Dass etwas nicht stimmt, habe man festgestellt, als man die prognostizierten Trendwerte mit den aktuellen Daten verglichen hatte. «Insbesondere bei den Stickstoffemissionen, die meist aus Fahrzeugen stammen, hat man gemerkt, dass die Zahlen aus den Vorhersagen und den aktuellen Messungen als wie mehr auseinander gingen.»

Man hat gemerkt, dass die Hersteller viel positivere Zahlen angegeben haben, als effektiv aus dem Auspuff kommt.
Autor: Markus CamenzindLufthygieneamt beider Basel

Besonders gross sei die Belastung an stark befahrenen Strassen. Hier liegen die Messresultate regelmässig über den Grenzwerten.

Die temporären Messstellen an solch viel befahrenen Abschnitten sollen nun zeigen, welche Hersteller falsche Angaben machen. «Bei jedem Fahrzeug wird gemessen, was hinten herauskommt», erklärt Camenzind. Zudem werden über eine Kamera die Kontrollschilder registriert. Über die Motorfahrzeugkontrolle erhält das Lufthygieneamt dann Marke, Typ und Alter des Fahrzeugs und kann die Daten anschliessend mit den Herstellerangaben abgleichen.

Druck ausüben auf Autoindustrie

Konkret gegen die Hersteller vorgehen oder gar Sanktionen aussprechen können die kantonalen Behörden nicht. Die Messdaten aus Basel sollen jedoch helfen, den Druck auf die Autoindustrie zu erhöhen, dass diese endlich zuverlässige Angaben liefert, hofft Camenzind.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von b. glaset (glaset)
    Wer kontrolliert, ob die Messungen korrekt und fachlich richtig gemacht werden vom Lufthygieneamt? Ich glaube auch denen schon lange nicht mehr alles. Auch bei den Radarkontrollen soll ja in der ach so guten Schweiz immer alles bestens sein, was ich auch nicht mehr glaube. Z.B. in DE werden fast 1/3 der Radarbussen vor Gericht angefochten und müssen von Städten und Ländern zurückgenommen werden, weil die Anlagen falsch bedient/aufgestellt usw. wurden.
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  • Kommentar von Ulrich Anderhub (Glückskeks)
    Auf die Ergebnisse bin ich sehr gespannt. Es ist einfach unglaublich, wie die Autoindustrie die Öffentlichkeit über Jahre hinweg "brandschwarz" angelogen hat was die Emissionen ihrer Fahrzeuge betrifft...
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