Zum Inhalt springen

Header

Audio
Nach dem wuchtigen Nein im Baselbiet nimmt der Druck auf die "Passepartout"-Lehrmittel zu.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 25.11.2019.
abspielen. Laufzeit 04:05 Minuten.
Inhalt

Projekt «Passepartout» Französisch-Lehrmittel sind auch in Basel-Stadt umstritten

Das Erziehungsdepartement prüft derzeit Alternativen zu den Französisch-Lehrbüchern «Mille feuilles» und «Clin d'oeil».

Deutlicher hätte sich das Baselbieter Stimmvolk kaum ausdrücken können. Fast 85 Prozent der Stimmenden sprachen sich am Sonntag dafür aus, dass die beiden Französisch-Lehrmittel «Mille feuilles» und «Clin d'oeil» nicht mehr obligatorisch sein sollen. Die Baselbieter Schulen sollen sich künftig auch für andere Lehrbücher entscheiden können.

Dieses eindeutige Abstimmungsergebnis ist Wasser auf die Mühlen von Katja Christ, Neo-Nationalrätin der Basler Grünliberalen. Im Stadtkanton ist sie eine der schärfsten Kritikerinnen der besagten Lehrmittel. Für sie ist nun klar: «Ich erwarte, dass spätestens auf das nächste Schuljahr gehandelt wird und die beiden Bücher aus den Klassenzimmern verschwinden.»

Basler GLP-Nationalrätin will die Passepartout-Lehrmittel auch in Basel abschaffen.

Die Bevölkerung in Basel-Stadt sei genau gleich unzufrieden mit diesen Lehrmitteln wie jene im Baselbiet, sagt Christ.

Es muss besser werden, nur wie?

Auch Claudio Miozzari, der die SP im Grossen Rat vertritt und dort in der Bildungskommission sitzt, hat das Abstimmungsergebnis im Landkanton genau mitverfolgt. «Es besteht bezüglich des Fremdsprachenunterrichts Handlungsbedarf, er muss besser werden», sagt Miozzari.

Die entscheidende Frage sei allerdings, welchen Weg man einschlagen soll, um dieses Ziel zu erreichen. Derzeit würden Bildungsexperten die Lehrmittel «Mille feuilles» und «Clin d'oeil» überarbeiten und weiterentwickeln - und das sei der Weg, den das Basler Erziehungsdepartement gehen will. «Wir unterstützen das grundsätzlich, beobachten die Entwicklung aber kritisch», sagt Miozzari. Ausserdem sei es nicht so, dass «Mille feuilles» im Baselbiet gar kein Thema mehr sei, sondern die Bevölkerung habe sich lediglich für die Wahlfreiheit entschieden.

Widerstand in der Stadt ist weniger gross

Während mit dem «Lehrerinnen- und Lehrerverein» und der «Starken Schule Baselland» im Landkanton zwei gewichtige und laute Organisationen Stimmung gegen die Lehrmittel gemacht hätten, sei die Gefühlslage bei den Lehrpersonen in Basel-Stadt entspannter, sagt Jean-Michel Héritier von der Freiwilligen Schulsynode. Sowohl auf Primar- wie auch auf Sekundarstufe sei eine Mehrzahl der Lehrerinnen und Lehrer den neuen Lehrmitteln gegenüber positiv eingestellt.

Andererseits sei unübersehbar, dass die Leistungen, welche die Schülerinnen und Schüler, die mit den neuen Büchern unterrichtet wurden, liefern, nicht befriedigend seien. «Insofern müssen wir hier offen sein für Alternativen und Entwicklungsmöglichkeiten», sagt Héritier. Offen zeigt sich diesbezüglich das Basler Erziehungsdepartement. Seit letztem Sommer teste man an zwei Basler Schulen ein neues Lehrmittel, sagt Dieter Baur, Leiter Volksschulen. «Falls wir zum Ergebnis kommen, dass die neuen Angebote bessere Resultate liefern, müssen wir uns überlegen, wie wir mit dieser Situation umgehen.»

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    "Derzeit würden Bildungsexperten die Lehrmittel «Mille feuilles» und «Clin d'oeil» überarbeiten und weiterentwickeln" Das ist herausgeworfenes Geld. Tote können nicht reanimiert werden. Lieber ein altes Lehrmittel sofort einsetzen als sich noch lange auf Kosten der Steuerzahler mit diesem unsäglichen Zeiugs beschäftigen, weil man nicht zugeben kann auf das falsche Pferd gesetzt zu haben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen