Wenig Bedenken gegen Flüchtlingszentrum in Muttenz

Das grösste Flüchtlingszentrum der Schweiz soll nach Muttenz. Bis zu 900 Asylsuchende sollen in der Baselbieter Gemeinde unterkommen. So wollen es der Bund und der Kanton Baselland. Harsche Kritik an diesen Plänen blieb an der Muttenzer Gemeindeversammlung aus.

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Bildlegende: Gemeindepräsident Peter Vogt blieb von harscher Kritik mehrheitlich verschont. SRF/Sedrik Eichkorn

Von anderen Gemeindeversammlungen ist man sich gewohnt, dass es Kritik hagelt, wenn über Asylzentren informiert wird. In Muttenz blieb die grosse Mehrheit gefasst. An der Versammlung vertraten viele eine pragmatische Meinung. «Es müssen halt alle mitmachen. Es können nicht alle sagen, wir wollen keine. Ich finde das in Ordnung», sagte eine Muttenzerin.

Für viele dürfte es auch beruhigend sein, dass das Flüchtlingszentrum auf zwei Jahre begrenzt sein soll. «Wenn es nicht permanent ist, sollte man sich nicht fürchten», sagte ein Besucher der Gemeindeversammlung. Dass harsche Kritik mehrheitlich ausblieb, erstaunte auch den CVP-Gemeindepräsidenten, Peter Vogt: «Ich bin überrascht. Es gab hauptsächlich Sachfragen.»

Grösstes Flüchtlingszentrum der Schweiz

Das neue Durchgangszentrum für Flüchtlinge soll auf der ehemaligen Deponie Feldreben entstehen. Geplant ist, dass im leerstehenden Gebäude 500 Flüchtlinge unterkommen. Bei Bedarf könnten sogar bis zu 900 Menschen untergebracht werden.

Das Heim in Muttenz wäre damit das schweizweit grösste Flüchtlingszentrum. Im Zentrum sollen ausserdem 40 Arbeitsplätze für Mitarbeitende des Staatssekretariats für Migration (SEM) eingerichtet werden.

(Regionaljournal Basel, 06.32 Uhr)